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Einigen Tankstellen in Dortmund ist in den vergangenen Tagen der Sprit ausgegangen

Treibstoffengpass

„Leider ausverkauft“: Diese Nachricht mussten Autofahrer in den vergangenen Tagen an zahlreichen Dortmunder Tankstellen lesen. Der Sprit war aus. Schuld daran ist das Wetter.

Dortmund

von Kevin Kallenbach

, 07.11.2018
Einigen Tankstellen in Dortmund ist in den vergangenen Tagen der Sprit ausgegangen

Der Sprit ist aus: Hinweise wie diesen an einer SB-Tankstelle im Dortmunder Westen lasen Autofahrer in den vergangenen Tagen an mehreren Tankstellen in Dortmund. © Stephan Schütze

Zahlreiche Tankstellen, auch in Dortmund, haben in den vergangenen Tagen Engpässe bei der Treibstoff-Versorgung erlebt. Gerade kleinere, unabhängige Tankstellen waren betroffen. An den Tankstellen von Betreiber Helmut Schulze im Dortmunder Westen beispielsweise gab es am Wochenende zwei Tage lang kein Super und E10. Bei Diesel hätten manche seiner Kollegen schon auf ihre unterirdischen Reserve-Tanks zurückgreifen müssen, sonst wäre es auch hier eng geworden.

Kunden dachten, Betreiber wolle sie auf den Arm nehmen

„Viele Kunden“, erzählt der 64-Jährige, „haben erst einmal gedacht, ich würde sie auf den Arm nehmen.“ Kein Sprit an der Tankstelle – das dürften viele Kunden zuvor noch nicht erlebt haben. Einige hätten auch ihren Unmut geäußert, so Schulze, „vor allem als ich ihnen den Grund dafür nannte, dass die Tanks leer seien“. Daher sei er froh gewesen, als am Montag Transportlastwagen neuen Sprit brachten.

In Dortmund – wie auch in anderen Städten – war die Ursache für die Lieferengpässe der niedrige Wasserstand im Rhein. Die Tankstellen in Dortmund werden nämlich über den Wasserweg mit Benzin und Diesel versorgt. Sprich, über den Rhein, bildet er doch eine der Hauptverkehrsadern in der Schifffahrt. Durch den niedrigen Wasserstand können die Transportschiffe derzeit nur etwa die Hälfte der üblichen Ladung transportieren, da sie sonst Gefahr laufen würden auf Grund zu gehen.

Zwar versuchen die großen Lieferanten wie BP die Ausfälle durch den verstärkten Einsatz von Zügen und Lastwagen aufzufangen.

Züge und Lastwagen alleine könnten „aber nicht das gesamte, verlorengegangene Volumen auffangen“, sagt Aral-Pressesprecher Detlef Brandenburg. „Wir sind laufend dran, weitere Lösungen für die Situation zu finden“, sagt er weiter. Da bislang noch keine völlig zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte, könne Aral nicht versprechen, dass bei allen Tankstellen jeder Treibstoff rund um die Uhr verfügbar ist. Das sei aber „kein Grund zur Panik“, sagt Brandenburg.

Keine Panik vor einer möglichen Sprit-Dürre

Zumindest unruhig wurden am Wochenende einige Kunden von Helmut Schulze. Er berichtet von Kunden, die Kanister volltankten aus Angst, dass ihr Auto sonst für längere Zeit auf dem Trockenen bleiben könnte. Genau vor solchen Hamsterkäufen warnt Stephan Zieger vom Bundesverband Freier Tankstellen: „Das löst oft einen Dominoeffekt aus“, durch den die Reserven der Tankstellen schneller aufgebraucht werden würden. „Wer an der ersten Tankstelle kein Benzin bekommt, fährt zur nächsten weiter. Und die kann dann auch leerlaufen.“

Dabei sieht die Lage zur Zeit gar nicht mehr so ernst aus. Helmut Schulze verfügt seit Montag (5.11.) wieder über genug Sprit, und auch seine Kollegen unter den selbstständigen Tankstellen-Betreibern wurden spätestens am Mittwochnachmittag (7.11.) wieder beliefert. Auf Nachfrage hieß es bei einigen Aral-Filialen in Dortmund, dass die Lage bei ihnen „super“ sei. Shell-Tankstellen in Dortmund waren nach Informationen unserer Redaktion ebenfalls nicht von Engpässen betroffen.

Von der Pressestelle der Westfalen Tankstellengruppe kam die Rückmeldung, dass bislang keine Versorgungs-Engpässe zu beklagen seien. Presseprecher Stefan Jung betonte aber zugleich, dass das Unternehmen stark improvisiere, um die Versorgung stabil zu halten.

Situation könnte sich wieder verschlechtern

Alle Verantwortlichen sind sich aber einig, dass sich die Situation auch bald verschlimmern könnte. „Zwar haben wir im Vorfeld ausreichend Vorsorge getragen, und Reserven an unseren Tankstellen aufgefüllt. Aber auch die weitreichendsten Vorräte sind irgendwann aufgebraucht, wenn man sie nicht wieder auffüllen kann“, sagt Aral-Sprecher Brandenburg.

Wenn der Rhein nicht bald an Wasser gewinnt, könnte es in nächster Zeit wieder an einigen Dortmunder Tankstellen knapp werden. „Zwei oder drei Wochen Regen würden uns schon helfen“, meint Brandenburg. Nur kündigt der Wetterbericht für die nächsten Wochen eine eher trockene Witterung an.

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