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Elektrotransporter tolles Fahrzeug für die Stadt - leider zu teuer

Leser-Autotest

Eine Woche lang hat Christian Speck den Mercedes Vito E-Cell getestet. Dabei hatte er das Gefühl, „einen kleinen Blick in die Zukunft“ zu werfen. Der rein elektrisch angetriebene Transporter ist für den Tischlermeister und Chef der 3form GmbH das perfekte Auto für die Stadt – wäre es nicht so teuer.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 07.06.2012
Elektrotransporter tolles Fahrzeug für die Stadt - leider zu teuer

Ralf Buschmann (r.) von Mercedes hatte vor gut einer Woche den Vito E-Cell an die Testfahrer Axel Schlüter (l.) und Christian Speck übergeben.

Das Fahren mit dem Elektrotransporter verändere das eigene Fahrverhalten, hat der 40-Jährige festgestellt. Zu Anfang sei er „recht nervös geworden, wenn die Ladeanzeige sinkt und weit und breit keine Tankstelle ist“. Alleine dadurch verändere sich das Fahrverhalten. Denn jedes Mal, wenn der Fahrer vom Gas geht, lädt sich die Batterie auf, bei jedem Bremsvorgang ebenfalls.

Umständlich war es für den Testfahrer im Rahmen unserer Serie „Mobilität der Zukunft“, zum Aufladen der Batterie extra zum Mercedes Nutzfahrzeugcenter in der Nordstadt fahren zu müssen. Damit die 30 000 Euro teure Batterie schonend „gefüttert“ wird, muss sie an eine sogenannte Wallbox, eine spezielle Ladestation, angeschlossen werden. Würden Christian Speck und sein Geschäftspartner Axel Schlüter den Vito leasen, würden sie sich das Teil für knapp 400 Euro kaufen und in der Werkstatt aufhängen. „Dann wäre das Laden kein Problem.“

Doch die Leasingrate von 1695 Euro pro Monat findet Speck „exorbitant hoch. Das können wir nicht finanzieren“. Da kann Ralf Buschmann vom Transporter-Verkauf noch so sehr anpreisen, dass in der Rate auch wirklich alle Reparaturen, Wartungen, Sommer- und Winterreifen etc. eingeschlossen sind. Doch Buschmann ist Realist und weiß, dass der Preis ein großes Handicap ist. Gerade mal acht Vito E-Cell-Fahrzeuge hat Mercedes aktuell im Leasingverfahren. Buschmann hofft darauf, dass die Batterien irgendwann dauerhaft günstiger werden. Er betreut seit zwei Jahren den Bereich Elektrotransporter bei Mercedes und hat sich in den Vito E-Cell „ein bisschen verliebt“.

Er wünscht ihm den Durchbruch, wobei ihm klar ist, dass das Elektroauto aufgrund seiner beschränkten Reichweite – beim Vito sind es rund 100 Kilometer – nie ein Langstreckenfahrzeug werden wird. Aber in der Stadt punktet es durch seine fast geräuschlose, emissionsfreie Fahrweise. Die hat auch Christian Speck für das Fahrzeug eingenommen: „Das Auto fährt so ruhig. Ich habe kein Motorengeräusch vermisst.“ Das Piepen beim Rückwärtsfahren fand er etwas nervig, aber sieht ein, dass das zur Warnung notwendig ist.

Um die Vito-Batterie einmal voll aufzuladen, werden 36 Kilowattstunden (kWh) gebraucht. Bei einem Strompreis von 22 Cent pro kWh wären das 7,92 Euro, mit denen der Fahrer rund 100 Kilometer weit kommt. Für Speck ist klar, dass ein Elektroauto immer nur ein Zweitwagen sein kann. Als Handwerker muss er auch Strecken über 100 Kilometer zurücklegen. Da kommt er mit einer Batterieladung zwar nach Köln, muss dann aber dort den Wagen an einer Starkstromladestation sechs Stunden aufladen, bis er wieder zurückfahren kann. Im reinen Stadtverkehr, da ist und bleibt der Vito E-Cell für Christian Speck „ein tolles Auto“. 

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