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Envio-Opfer freuen sich über Solidarität

PCB-Skandal

Die früheren Envio-Arbeiter, die noch immer unter den Folgen des PCB-Skandals leiden, haben Grund zur Erleichterung: In nur wenigen Wochen ist es dem von der Grünen-Politikerin Ulrike Märkel mit Hilfe des Vereins Bodo initiierten Envio-Opferfonds gelungen, 10 000 Euro zu sammeln.

von Von Oliver Volmerich

, 27.06.2012

Das Geld soll ein unabhängiges Gutachten ermöglichen, um die Envio-Opfer im derzeit laufenden Prozess gegen die Verantwortlichen der Skandalfirma zu unterstützen. Dabei geht es vor allem um die Bewertung der Gefährlichkeit von PCB und die Folgen für die Gesundheit der früheren Mitarbeiter. „Das Gutachten wird im Prozess eine ganz wichtige Rolle spielen“, zeigte sich Ulrike Märkel überzeugt.Sie überreichte gestern gemeinsam mit Vertretern des Vereins Bodo einen symbolischen Scheck an die früheren Envio-Arbeiter Christian Althoff und Klaus-Peter Nowacki, die im Prozess als Nebenkläger auftreten. Dabei dankte sie allen Spendern, die den Opferfonds gefüllt haben. Privatleute gehören ebenso dazu wie Politiker, Künstler und Vereine. Dabei sind aber auch die Hafen AG, verschiedene Firmen und der Betriebsrat des Envio-Nachbarn apb im Hafen.

„Es ist toll, dass so viele Leute ihre Solidarität gezeigt haben“, freute sich Klaus-Peter Nowacki. Wie er sieht auch Christian Althoff die Spendensumme als wichtige Unterstützung, um im Prozess gegen die Envio-Verantwortlichen erfolgreich sein zu können. Der Anwalt der Nebenkläger Dr. Reinhard Birkenstock sieht in dem Fonds ebenfalls eine wichtige Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten vor Gericht. Auch für ihn ist klar: „Gutachten werden für das Gericht eine ausschlaggebende Rolle spielen.“

Wann und in welcher Form neue Gutachten in Auftrag gegeben werden, ist noch offen. Zunächst präsentiert am 4. Juli der von der Staatsanwaltschaft beauftragte Gutachter Prof. Dr. Albert W. Rettenmeier vor Gericht erste Ergebnisse seiner Expertise. Er hat aber bereits angekündigt, auch Einblick in die Krankenakten der Envio-Arbeiter nehmen zu wollen, wenn sie ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden.

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