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Envio stoppt Gelände-Reinigung

PCB-Skandal

Neue negative Überraschung im PCB-Skandal um die Firma Envio im Dortmunder Hafen: Das Unternehmen hat die seit zwei Wochen laufenden PCB-Sanierung auf dem Außengelände eingestellt - obwohl noch nicht alle Flächen wie gefordert gereinigt sind. Als Grund gibt die Firma die von der Bezirksregierung geforderte Sicherheitsleistung von 1,5 Mio. Euro an.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 11.08.2010
Envio stoppt Gelände-Reinigung

Die seit zwei Wochen laufende PCB-Reinigung des Envio-Geländes wurde nun überraschend gestoppt.

Schon in den vergangenen Tagen wurde bei der Sanierung auf dem Gelände an der Kanalstraße nach den Beobachtungen von Stadt und Bezirksregierung nur noch schleppend gearbeitet. Gestern wurde die Reinigung dann ganz eingestellt.   Die schriftliche Begründung durch Envio am frühen Abend: Man habe in den vergangenen Wochen bereits „mit erheblichem Aufwand Sanierungsarbeiten durchgeführt“. Doch die von NRW-Umweltministerium und Bezirksregierung geforderte Sicherheitsleistungvon 1,5 Mio. Euro könne das Unternehmen zusätzlich zu den Sanierungskosten nach aktueller Sachlage nicht erbringen, begründete Vorstandschef Dr. Dirk Neupert den Stopp der Sanierungsarbeiten „bis auf Weiteres“.

Nach der mehrmonatigen Stilllegung des Betriebs sei das Unternehmen nicht mehr in der Lage, diese behördliche Auflage zu stemmen, heißt es in der Envio-Mitteilung. Zugleich kündigte Neupert an, die behördlichen Anordnung zur Hinterlegung der Sicherheitsleistung vor dem Verwaltungsgericht prüfen zu lassen.  Ursprünglich sollte die Reinigung des Geländes bereits Ende Juli abgeschlossen sein. Weil die Arbeiten durch zwei Spezialfirmen jedoch umfangreicher als geplant ausfielen, drückten die Behörden ein Auge zu und verlängerten die Frist für Envio.

Dort dankte man das Entgegenkommen nicht. An diesem Mittwoch wurde die Reinigung auf dem Envio-Gelände eingestellt. Trotzdem soll es weitergehen: Im Wege der so genannten "Ersatzvornahme" wollen Stadt und Bezirksregierung nun selbst Firmen mit der Reinigung beauftragen. Die Kosten dafür bleiben zunächst bei den Auftraggebern, also der öffentlichen Hand, hängen. Durch die Sicherheitsleistung erzwängen Land und Bezirksregierung faktisch, dass die Allgemeinheit die Kosten der weiteren Sanierungsmaßnahmen zu tragen hätte, erklärt Envio selbst dazu. Wie lange es dauert, einen Ersatz für die bisher aktiven Spezialfirmen zu finden, ist offen. Ziel sei es, die notwendigen Maßnahmen unverzüglich fortsetzen zu können. Nach den Planungen von Stadt und Bezirksregierung  sollen die Reinigungs- und Sanierungsarbeiten auf den Außenflächen nun möglichst bis Ende nächster Woche abgeschlossen sein. 

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