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Envio will weiter arbeiten

PCB-Skandal

Die Firma Envio zieht im PCB-Skandal weiter gegen Auflagen und Forderungen der Behörden zu Felde. Sie drängt auf eine Genehmigung, PCB-freie Transformatoren verkaufen zu dürfen – nach eigener Darstellung, um mit dem Erlös die Sanierung bezahlen zu können.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 24.08.2010
Envio will weiter arbeiten

Trafos, wie diesen in einer Halle auf dem Envio-Gelände gelagerten, will Firmenchef Dr. Dirk Neupert zu Geld machen.

Der wirtschaftliche Druck ist mittlerweile offensichtlich so groß, dass sich Envio-Vorstand Dr. Dirk Neupert am Montag erstmals seit Bekanntwerden des PCB-Skandals um seine Firma öffentlich äußerte. Envio klagt vor dem Verwaltungsgericht gegen die Forderung von Land und Bezirksregierung nach einer Sicherheitsleistung von 1,5 Mio. Euro für die Sanierungskosten und ließ am 11. August zugleich die Reinigungsarbeiten einstellen.   „Wir bekämen Liquiditätsprobleme, wenn wir die 1,5 Mio. und die Sanierungskosten zahlen müssten“, erklärte Christian Stockmann, Assistent der Envio-Geschäftsführung freimütig. Doch nicht nur die Sicherheitsleistung ist Envio ein Dorn im Auge.

Das Unternehmen drängt auch darauf, dass noch gelagertes PCB-freies Material verkauft werden und damit das Gelände verlassen kann. Und man hat sogar die Hoffnung, nach einer Sanierung den Betrieb zumindest teilweise wieder aufnehmen zu können, noch nicht aufgegeben. Die Bezirksregierung habe bislang aber alle von Envio mit Hilfe von Gutachtern erarbeiteten Konzepte zurückgewiesen. „Eine teilweise Wiederinbetriebnahme und der Verkauf erwiesenermaßen unbelasteter Materialien würde uns in die Lage versetzen, die behördlichen Auflagen aus eigener Kraft zu erfüllen und die Reinigung erfolgreich abzuschließen“, meint Neupert. „Mit den zu erwarteten Erlösen könnten wir die komplette Reinigung des Geländes und der Hallen stemmen.“ Es war der von Envio engagierte Gutachter Dr. Dieter Rackwitz selbst, der dafür die Summe von 1,5 Mio. Euro nannte. Experten-Schätzungen, die von Sanierungskosten von bis zu 6 Mio. Euro ausgehen, gingen „an der Wirklichkeit vorbei“, so Rackwitz.

Zu den Ursachen der extremen PCB-Belastung und den Vorwürfen der Missachtung von Vorschriften und systematischen Täuschung der Behörden, wollte sich Neupert nicht äußern. Die Aufarbeitung dauere noch an. Der Vorwurf kriminellen Handels weist der Envio-Chef aber weiterhin weit von sich.

  • Weitere Hintergründe finden Sie in der Dienstag-Ausgabe (24.8.) der Dortmunder Ruhr Nachrichten.
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