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Erinnerungen an eine Legende des Dortmunder Nachtlebens

Zum Abriss des "Soundgarden"

Mit dem Abriss des "Soundgarden" verschwindet ein Stück Dortmunder Party-Geschichte. Tausende Menschen verbinden ihre ganz persönlichen Erinnerungen mit dem Feier-Tempel im Gerichtsviertel. Auch unser Autor Felix Guth. Eine Multimedia-Hommage an einen untergegangenen Sehnsuchtsort

DORTMUND

, 13.09.2014

Es ist ein bisschen sonderbar, dieses Gefühl, einen Ort verschwinden zu sehen, der einem früher einmal etwas bedeutet hat. Der

spült viele Erinnerungen an goldene Jahre wieder nach oben. Immerhin: In meinem Wehmut bin ich nicht allein. Also noch ein letztes Mal fertigmachen und ab in die Disko. Als ich an diesem Herbsttag die Bagger über dem Gebäude kreisen sehe, startet der Film im Kopf.

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So läuft der Abriss des Soundgarden-Gebäudes

Fast drei Jahrzehnte lang war hier Dortmunds heißeste Party-Meile, seit acht Jahren wandelt sich das Gelände rund um die ehemalige Diskothek Soundgarden in der östlichen Innenstadt zu einem Wohnviertel. Nun wird das Gebäude abgerissen, an das viele Dortmunder besondere Erinnerungen haben.
11.09.2014
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Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Ende einer Kult-Disco: Acht Jahre nach der Schließung wird das Gebäude des ehemaligen Soundgardens abgerissen.© Foto: Dieter Menne
Schlagworte Dortmund

Dass ich hier tanzen war, mag mindestens zehn Jahre her sein, schon die letzten Jahre vor der Schließung sind an mir vorbeigegangen. Doch wie ich hier so stehe, mit Helm und greller Weste, kurz fühlt es sich so an, als wäre ich gerade erst losgezogen. Wie in diesen Tagen zwischen kurz vor volljährig und der Illusion der Allwissenheit der frühen Zwanziger. Das Szenario: Ein Donnerstag- oder Freitagabend, auf der Suche nach frischen und legendären Rock-Hits. Vorbei an den Mauern des Gefängnisses, die immer mit leeren Bierflaschen gesäumt war. Auf den großen Schotterplatz, den Vorhof der Heiterkeit. Hinein in die Hallen, die eigentlich immer aussahen, als gehörten sie unverzüglich geschlossen.      Drinnen wartet (aus damaliger Sicht) gute Musik, günstiges Bier und die Freiheit einer Disco ohne Dresscode. Ob lange Haare und Heavy-Metal-T-Shirt, breite Hip-Hop-Buxe oder grelles Raver-Outfit – wer sich nicht ganz daneben benimmt, darf bleiben. 

Gleichzeitig sind diese Feier-Zeiten auch auf eine spezielle Art eine der frühen Routinen des Lebens. Das Vorglühen, das Warten auf die Hits, der Party-Countdown von „Zehn“ auf „Null“ und dann hinein in Too Strongs „Rabenschwarze Nacht“. Die Kellner, die DJs, die Türsteher. Vor allem: Die Toilettenfrau, die mit einem kompletten Kiosk vor den gekachelten Räumen saß und mit Snickers, Kaugummi oder einer Schachtel Kippen manch einen Abend gerettet hat.

Der „Sound“ war Freiheit für ein paar Stunden. Und doch häufig etwas mehr als ein sinnloser Sündenpfuhl. Er war ein absolut ernstzunehmender Konzert-Ort: Daft Punk, Nickelback, Weezer, Tocotronic sind nur einige Namen. Ich kenne heute noch funktionierende Ehen, die hier begründet wurden. Ich kenne Freundschaften, die sich hier fanden. Leben, die hier verändert wurden.

So wie das von André Schirmer. Als im März 2006 der Laden schloss, stand er in der großen Halle am DJ-Pult. An das er nur kam, „weil ich nicht wirklich tanzen konnte und dem DJ so lange auf die Nerven gegangen bin, bis er mich nach einem Jahr hat auflegen lassen“. Dieser DJ gehört heute zu seinen engsten Freunden, sie legen immer noch gemeinsam auf. „Vom ersten Tag an hat mich diese Diskothek fasziniert und tut es auch heute noch“, sagt Schirmer.

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So sah es einmal im Soundgarden aus

Fast 30 Jahre schlug das Herz der Dortmunder Party-Szene im Soundgarden. Wir haben ein paar alte Feierfotos herausgekramt.
12.09.2014
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Unser Fotograf Dieter Menne hat dieses Bild 2004 im Soundgarden gemacht.© Foto: Dieter Menne
Dieses Bild entstand 2004 im Soundgarden.© Foto: Dieter Menne
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
Unsere Leserin Maike Laube schickte uns dieses Foto vom Soundgarden.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.
André Schirmer war in der Endphase des Soundgardens einer der DJs der Disko. Er hat uns einige Fotos zugeschickt.

So geht es vielen, bemerkenswert vielen Menschen aus der Region. Ganz gleich, ob sie die Hallen an der Bremer Straße als „Hades“, „Miami“ oder „Soundgarden“ erlebt haben. Sie denken an Zeiten zurück, die – man mag sich noch so jung fühlen – unwiderruflich vorbei sind. Das ist gut so, weil mit Anfang 30, Mitte 40 oder älter vieles mehr Sinn ergibt, als vor zehn Jahren. Das ist traurig, weil diese Sinnsuche ja auch spannend ist.

Genug der Nostalgie, man will ja auch nicht klingen, als läge man schon fast in der Kiste. Die Art, wie man Feste feiert, verändert sich eben. Für das Ende das Soundgardens gab es gute Gründe. Genauso wie dafür, hier ein Wohnviertel zu bauen, statt die alte Halle verfallen zu lassen.

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Der Soundgarden kurz vor dem Abriss

Der Dortmunder Fotograf dokumentiert den Abriss des Soundgardens ausführlich. Eine Auswahl seiner Bilder aus den vergangenen Monaten.
12.09.2014
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Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Bilder aus dem Soundgarden in den Wochen vor dem Abriss.© Foto: Sascha Rothermund
Schlagworte Dortmund

Aber Erinnern ist erlaubt. Nach dem ersten Berichten über den Abriss ergießt sich bei Facebook eine Flut von alten Bildern, Verzehrkarten und vielen Anektdötchen. Erinnerungen an einen „tollen Lebensabschnitt“, an „Zopf, den Türsteher“, an viele Weggesellen. Daneben stehen häufig Symbole mit traurigen Gesichtern.  „So viele tolle Menschen dort kennengelernt und viele Momente erlebt. Da stirbt etwas ganz Großes“, heißt es in einem Kommentar.

Und etwas neues wird geboren: das Hanseviertel. Statt Partymeuten werden bald junge Familien mit Kleinkindern das Gelände des Soundgartens bevölkern. 180 Wohnungen, 83 Eigenheime, familienfreundlich und gut angebunden: Das soll in spätestens drei Jahren die Realität sein, abseits der Hamburger Straße und in Sichtweite zum Gefängnis. Der ehemalige Güterbahnhof-Ost wird zum Wohnviertel.

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