Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ermittler: Focus-Bericht zu Nazimord ist unwahr

Spur ignoriert?

Die Ermittlungsbehörden in Dortmund wehren sich heftig gegen die vom Magazin "Focus" erhobenen Vorwürfe, sie hätten nach dem Mord an einem türkischstämmigen Kioskbesitzer mögliche Hinweise auf rechtsradikale Täter nicht beachtet und auch nicht an übergeordnete Stellen weitergeleitet.

DORTMUND

von Von Tobias Großekemper

, 04.06.2012
Ermittler: Focus-Bericht zu Nazimord ist unwahr

2006 traf die Mord-Serie der NSU Dortmund: Ein 39-jähriger Kioskbesitzer wurde mit einer Waffe dieses Typs ermordert. Trotz Hinweisen auf Rechtsextreme ging die Polizei dem Verdacht nicht weiter nach - so berichtet es der "Focus".

„Das ist schlicht falsch und unwahr“, so die Dortmunder Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel. Natürlich sei allen Hinweisen nachgegangen worden, auch habe man alle Informationen zur Verfügung gestellt, so Holznagel weiter.

 Nach dem Mord an der Mallinckrodtstraße, der, wie sich im November 2011 herausstellte, eine Tat der rechten Terrorgruppe NSU gewesen war, hatte sich eine Zeugin bei der Polizei gemeldet, die kurz vor der Tat am 4. April 2006 zwei Männer beobachtet hatte.In ersten Vernehmungen hatte die Frau diese Männer als ungepflegt und verwahrlost bezeichnet, möglicherweise würden sie aus dem Drogen-Milieu stammen. Bei weiteren Vernehmungen habe die Zeugin dann erwähnt, dass einer der von ihr beobachteten Männer „vom Typ her ein Nazi“ gewesen sein könne.

 Während Holznagel betont, dass auch diese Variante in Dortmund von Anfang an bei den Ermittlungen in Betracht gezogen worden sei, heißt es von Seiten der Generalbundesanwaltschaft hinter vorgehaltener Hand, dass die „Aussage mit den Nazis vollkommen wertlos“ gewesen sei.  Eine Einschätzung, die stimmen könnte: Nach dem Bekanntwerden der NSU und ihrer Taten waren der Zeugin Fotos der beiden mutmaßlichen Mörder Uwe Mundlos und Uwe Bönhardt vorgelegt worden. Beide erkannte sie auf den Bildern nicht als die Männer wieder, die sie kurz vor dem Mord im Jahr 2006 in der Mallinckrodtstraße gesehen habe. Die seien ungepflegter und ihre Gesichter schmaler gewesen. 

Lesen Sie jetzt