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Ex-Schauspielchef Huonder bewirbt sich erneut

DORTMUND Zeitgleich mit dem Start der neuen Schauspiel-Saison beginnt die Suche nach dem neuen Schauspielchef. Und als Nachfolger von Michael Gruner ab Sommer 2010 hat sich auch ein guter alter Bekannter beworben: Guido Huonder, Schauspieldirektor von 1985 bis 1991.

von Von Julia Gaß

, 30.08.2008
Ex-Schauspielchef Huonder bewirbt sich erneut

Guido Huonder vor 20 Jahren bei Proben zu Taboris ?Mein Kampf? in der Kaue der Zeche Minister Stein.

Huonder ist inzwischen 66, aber beruft sich auf seinen „Ziehvater“ George Tabori. Auch der sei mit über 70 Jahren in Wien noch einmal Theaterdirektor geworden. Seine Arbeit und Ära, die in die von Generalintendant Horst Fechner fiel, ist unvergessen. Unter Leitung des streitbaren Theatermannes eröffnete das Schauspiel das umgestaltete Haus und hob dort Dauerbrenner wie die „Liebesperlen“ (1990), die „Magd Zerline“ mit Helga Uthmann (1987), das „Weiße Rössl“ (1987), den „Kontrabass“ von Süskind oder Shows mit Jürgen Uter aus der Taufe. Alles Stücke, die sich Jahre oder Jahrzehnte lang auf den Spielplänen gehalten haben. Noch zur letzten „Magd Zerline“ im Dezember 2007 war Huonder aus Wien angereist. Unvergessen sind seine Inszenierung von Taboris „Mein Kampf“, seine Pasolini-Tage und die Klassiker-Aufführungen von Shakespeare („Hamlet“), Goethe „(Faust“) und Kleist („Käthchen“). Es war eine spannende Zeit, die von der Schließung des Schauspiels bedroht war, eine lebendige Theater-Ära mit Inszenierungen voller Anspielungen und Provokationen, in denen auch mal Fäkalien auf der Bühne lagen.Sieben Initiativbewerbungen - eine davon ist die von Huonder Die Kommission, die den Schauspielchef vorschlägt, konstituiert sich gerade. Zu ihr gehören die kulturpolitischen Sprecher der Fraktionen und Birgit Jörder als Kulturausschussvorsitzende. Kulturdezernent Jörg Stüdemann will noch drei bis vier Experten aus dem Theaterleben einladen. „Es gibt sieben Initiativbewerbungen, die von Guido Huonder ist eine davon“, so Stüdemann: „Er hat alle Ausschussmitglieder, Frau Jörder und den Oberbürgermeister angeschrieben und schon mehrfach auch angerufen.“ Die Kommission mache auch eigene Vorschläge, außerdem werde die Stelle in den nächsten Tagen ausgeschrieben. „Wir müssen abwägen, welches Profil das Haus bekommen soll. In den Nachbarstädten gibt es starke Persönlichkeiten in den Leitungsfunktionen der Häuser.“ Es sei wünschenswert, wenn der neue Chef Ende des Jahres feststünde, weil dann die Schauspieler entscheiden könnten, ob sie bleiben und der neue Direktor festlegen könne, mit wem er zusammenarbeiten möchte.

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