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Explosion: Nachbarn evakuiert

Heiligabend war alles andere als eine stille Nacht für einige Anwohner der Straße Grunewald in Scharnhorst, und auch der erste Weihnachtstag wurde für sie wenig besinnlich. Stattdessen gab es Explosionen, ein 36-Jähriger verlor dabei seine linke Hand.

26.12.2007

Explosion: Nachbarn evakuiert

<p>Diese Mutter mit Kind gehörte zu den Anwohnern, die am ersten Weihnachtstag aus ihren Häusern evakuiert wurden.</p> <p>Bock/newspic.de</p>

Beim Basteln von Feuerwerkskörpern für Silvester war dem Elektriker ein folgenschwerer Fehler unterlaufen. Der Sprengstoff explodierte und riss ihm die Hand ab. In der Wohnung und der Gartenhütte des Verletzten fand die Polizei erhebliche Mengen von selbst gebastelten Sprengstoffen und Chemikalien. Diese Fundstücke bereiteten der Polizei wie auch Feuerwerkern des Landeskriminalamtes einiges Kopfzerbrechen. Die Experten beschlossen, die Chemikalien erst am nächsten Tag bei Tageslicht zu bergen. Am ersten Weihnachtstag dann entschieden sie, die Chemikalien nicht zu transportieren, sondern an Ort und Stelle zu vernichten. 200 Sandsäcke wurden in den Garten des Unfallopfers geschleppt, um die Detonation der kontrollierten Sprengung zu dämpfen.

Gegen 17 Uhr war es so weit. Zuvor mussten 36 Anwohner ihr Festmahl vorverlegen oder auf den Abend verschieben, denn gegen 14 Uhr wurden sie von der Polizei für die Dauer der Sprengung evakuiert.

Die Anwohner reagierten ruhig und gefasst auf das unterbrochene Weihnachtsfest, das sie so schnell nicht vergessen dürften. "Einige haben von unserem Angebot Gebrauch gemacht und sich von Bussen der Stadtwerke zu Freunden und Verwandten fahren lassen", so Klaus Demuth, Leiter der Polizeiwache Scharnhorst.

Familie Kleist vom Grunewald 14 blieb dagegen erst einmal vor Ort und beobachtete die Sprengvorbereitungen aus sicherer Entfernung. Und wunderte sich. "Pfingsten ist da schon einmal etwas Ähnliches passiert", berichtete Manuela Kleist. Dabei habe der Nachbar bereits zwei Finger verloren. Davon wusste Staatsanwältin Dr. Ina Holznagel gestern auf Nachfrage allerdings nichts. Sie ist auch weiterhin der festen Überzeugung, dass die Explosion keinerlei kriminellen oder politischen Hintergrund hat. Der Mann sei offenbar ein so genannter "Paddel", also jemand, der sich schlicht aus Trotteligkeit selbst etwas angetan hat. jo/kiwi Hier und Heute

Fotos rund um den Vorfall finden Sie unter

www.RuhrNachrichten.de/dortmund

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