Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Fall Dalila: Familie nach Gerichts-Urteil verzweifelt

Rätselhafter Schädelbruch

Als die Familie den Gerichtssaal verließ, waren alle wie paralysiert. Zu gelähmt, um zu begreifen, was Eltern, Großmutter und die Tante von Dalila gerade erlebt hatten. Der rätselhafte Schädelbruch nach der Kaiserschnitt-Geburt von Töchterchen Dalila bleibt unaufgeklärt und ungesühnt.

DORTMUND

, 06.05.2017
Fall Dalila: Familie nach Gerichts-Urteil verzweifelt

Ein Archivbild vom 10. Januar 2013. Da war Dalila zwei Monate alt. Diese Zeitung berichtete am 11. 1. 2013 erstmals über den mysteriösen Fall des Schädelbruchs beim kleinen Mädchen. Bis heute liegt ein möglicher Klinik-Unfall völlig im Dunkeln.

Monatelang hatten die Richter der 4. Zivilkammer versucht, aufzuklären, was am verhängnisvollen 12. November 2012 im St.-Johannes-Hospital passiert war, einen Tag nach Dalilas Geburt. Jetzt hat das Gericht die Klage der Eltern abgewiesen

Die Beweislast, dass ihre Tochter fallen gelassen oder irgendwo mit dem Kopf angestoßen worden war, lag bei den Eltern. Doch es konnte nicht geklärt werden, warum der Säugling nach dem Not-Kaiserschnitt einen Schädelbruch erlitten hatte mit Hirneinblutung. Um sich abzusichern gegen mögliche Spätschäden bei ihrer Tochter, hatte Familie B. die Klage gegen das Hospital angestrengt.

Tränen

Dalilas Eltern sind unerschütterlich davon überzeugt, dass ihr Mädchen nach der Geburt in der Klinik fallen gelassen oder mit dem Kopf angestoßen worden ist. „Eine Schwester kam damals zu mir ins Zimmer und sagte, Dalila werde zum Zuckertest abgeholt. Aber das ist nicht dokumentiert worden. Später hieß es, dies stimme gar nicht, Dalila sei nicht abgeholt worden“, sagt Mutter Natalie und bricht in Tränen aus. Sämtliche Hebammen, Ärzte und Schwestern, die bei der Geburt dabei waren, hatten vor Gericht noch einmal vehement ihre Unschuld beteuert.

Gestern, Tag zwei nach dem Gerichtstermin, kann Natalie B. sprechen, aber nur stockend. „Ich bin zu einer richtigen Heulsuse geworden“, sagt sie, zerrissen vor Angst. Ihre Tochter ist inzwischen viereinhalb Jahre alt, sie darf aber nicht klettern und toben wie andere Kinder. Natalie B. sorgt sich, dass Dalila stürzen könnte. Die Kleine hat eine Muskelschwäche am Rumpf.

Motorisch entwicklungsverzögert

Als Baby war sie motorisch entwicklungsverzögert und wurde therapiert im Sozialpädiatrischen Zentrum an der Kinderklinik des Klinikums. Letztes Jahr Ostern fiel Dalila plötzlich um, wurde ohnmächtig. Die Messung der Gehirnströme ergab Auffälligkeiten. Der Kinderarzt der Familie sieht seither eine Gefahr zu Epilepsie. „Die Angst, die man als Eltern um ein Kind hat, ist ein vernichtendes Gefühl“, sagt Natalie B. Sie selbst war nach der Geburt in psychologischer Behandlung.

Natalie B. ist Sozialarbeiterin. Kinder sind ihr höchstes Glück. Und so bekam sie noch einen Sohn (jetzt 2 1/2 Jahre alt) und eine Tochter (acht Monate). Wieder waren es Kaiserschnitt-Geburten. Der Sohn und die jüngste Tochter kamen im Klinikum Dortmund zur Welt.

Dorthin hatte ein Notfall-Team der Kinderklinik Dalila am 12. November 2013 im Inkubator abgeholt. Der Säugling mit dem Schädelbruch wurde auf die Neugeborenen-Intensivstation gebracht. 

Lesen Sie jetzt