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Freibad-Unfall: Bewährungsstrafe

14.12.2007

Freibad-Unfall: Bewährungsstrafe

<p>Dieses Loch wurde Mohamed Hida zum Verhängnis.</p>

Viereinhalb Jahre nach dem tragischen Tod des 14-jährigen Mohamed Hida im Deusener Hardenberg-Freibad hat das Amtsgericht gestern ein weiteres Urteil gesprochen. Der damalige technische Beauftragte der Bad & Sport GmbH wurde mit einem Jahr Haft auf Bewährung bestraft - wegen fahrlässiger Tötung und Meineides.

Vorwurf eins: Der heute 50-Jährige soll eine Mitschuld am Tod des Jungen tragen, weil er den Schwimmmeister des Bades nicht in den korrekten Betrieb der Pumpenanlage eingewiesen hatte. Am 1. Juni 2003 kam es so zur Katastrophe: Der Schwimmmeister schaltete die Pumpe auf Winterbetrieb, aus dem Hauptbecken wurde Wasser mit großem Sog angesaugt, Mohamed Hida geriet mit dem Bein in eines der ungesicherten Rohre und konnte selbst von anderen Badegästen nicht mehr befreit werden.

Vorwurf zwei: Der Angeklagte soll im Prozess gegen den Schwimmmeister und den damaligen Chef der Bad & Sport GmbH, Michael Libor, einen Meineid geschworen haben, indem er als Zeuge aussagte, er sei von dem Schwimmmeister nie um eine Einweisung in den Pumpenbetrieb gebeten worden. Laut Urteil hatte der "Mann vor Ort" aber wohl mehrmals nachgefragt. Er hatte im Jahr vor dem Unglück Hals über Kopf in Deusen seinen Dienst antreten müssen, nachdem sein Vorgänger wegen des Vorwurfs, minderjährige Badegäste sexuell missbraucht zu haben, fristlos entlassen worden war.

Verteidiger Uwe Prein kündigte an, dass er gegen das Urteil möglicherweise Berufung einlegen werde. Damit könnte es demnächst tatsächlich noch einmal zu einem Prozess im Zusammenhang mit dem lange zurückliegenden Unglück kommen. von

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