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Fundamente sind ein Rätsel für Hobby-Historiker

Ruinen im Rahmer Wald

Die Geschichte Huckardes ist dank aktiver Heimatforscher ziemlich gut dokumentiert. Doch es gibt eine Informationslücke. Im Rahmer Wald stehen Ruinen, deren Herkunft nicht bekannt ist.

Huckarde

, 18.02.2018
Fundamente sind ein Rätsel für Hobby-Historiker

Herumliegender Müll lässt vermuten, dass die Ruinen ein beliebter Treffpunkt sind. Doch woher die Bauwerke stammen, ist unbekannt. © Peter Henning

Bei Facebook muss ja nicht jeder Post Mist sein, meint Peter Henning (70) und deshalb packt der Heimatforscher einmal im Monat fundiertes Wissen auf sein Facebook-Profil. In der Regel sind es gut recherchierte Episoden aus der Huckarder Geschichte. „Immer wenn in Huckarde ein Jahrestag ansteht, kommen die Leute zu Dr. Günter Spranke und mir und wollen die alten Geschichten hören.“ Da dachte sich Henning, nicht länger auf Jahrestage zu warten, sondern die Huckarder regelmäßig mit Geschichten zu versorgen.

Es bleiben nur Spekulationen

Seine Veröffentlichung in diesem Monat ist besonders spannend, doch es fehlen entscheidende Fakten. Es geht dabei um die Ruinen, die im Rahmer Wald an der Westhusener Straße in der Nähe des Karl-Exius-Hauses zwischen den Bäumen verrotten. Was auf den Fundamenten mal gestanden hat, konnte Henning trotz jahrelanger Recherchen nicht ermitteln.

Bekannt ist, das, was immer dort stand, im Laufe des Zweiten Weltkrieges zerstört wurde. Die Ruinen wären ohne den Baumbewuchs heute von der Erpinghofsiedlung aus sichtbar. Doch damals war das Gelände unbebaut. Deshalb gab es keine Nachbarn, deshalb gibt es keine Zeitzeugen. So bleiben ihm nur fundierte Spekulationen.

Weil es in relativer Nähe zu den Ruinen, auf dem heutigen Gelände von Continental Automotiv GmbH (ehemals VDO) an der Arminius-Straße, ein Kriegsgefangenenlager gab, hält Peter G. Henning es für wahrscheinlich, dass es auch an der Westhusener Straße ein Kriegsgefangen- oder Zwangsarbeiter-Lager gab. In Dortmund gab es laut „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ zahlreiche Barackenlager für Zwangsarbeiter in der Nähe von wichtigen Betrieben.

Stand ein Lager im Rahmer Wald?

Dafür, dass im Rahmer Wald so ein Lager stand, hat Henning zumindest ein belastbares Indiz gefunden: Gleich vier der überwachsenen Betonteile hält er für Splitterschutzzellen, auch Spitzbunker oder Einmannbunker. Diese Einmannbunker wurden als Wachposten ausgestellt und hatten annähernd eine Ei-Form.

Im Stadtteil Scharnhorst, in einem Wäldchen hinter der Gaststätte „Im Krug zum Grünen Kranz“ steht ein solcher Bunker. Dort ist belegt, dass es einst ein Kriegsgefangenenlager gab.

Zeitzeugen sollen sich melden

Einige der Fundamente sind rechteckig in einer Größe, die Henning groß genug für Lagerbaracken hält. Die meisten Baracken im Krieggefangenenlager in Dortmund wurden nach dem Krieg genutzt, um darin Geflüchtete provisorisch unterzubringen. Hinweise darauf, ob im Rahmer Wald Geflüchtete untergebracht worden sind, hat Henning nicht finden können.

„Wenn sich nicht doch noch ein Zeitzeuge meldet, könnte dieses Kapitel des Zweiten Weltkriegs für immer ein Rätsel bleiben“, befürchtet der Heimatforscher.

Wunsch nach Forschung – und Mahnmal

Die Hoffnung hat er jedenfalls noch nicht aufgegeben, denn völlig abgelegen war das Areal nicht. Wo heute die Hansa-Grundschüler lernen, gab es damals eine echte Pferderennbahn, auf der es professionelle Rennen gab. Vielleicht konnte man ja von der Rennbahn aus das Lager sehen.

Peter Henning wünscht sich, dass die Ruinen Gegenstand der Forschung werden, vielleicht sogar mit dem Ziel, aus den Überresten ein Mahnmal zu gestalten.

Am 13. April 1945 wurde Dortmund durch die Amerikaner eingenommen. 4070 Kriegsgefangene aus 13 Nationen wurden befreit. Auf dem Dortmunder Hauptfriedhof ruhen 5698 ausländische Kriegstote, zumeist Zwangsarbeiter. Die Rennbahn Huckarde war die Rennbahn auf der der „Traberzuchtverein Dortmund“ am 28. August 1910 sein erstes Trabrennen veranstaltete. www.trab-halloffame.de www.volksbund.de www.bunker-dortmund.de
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