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Gaffer bedrohen Polizisten in der Nordstadt

Tumulte bei zwei Unfällen

"Ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder": So ist ein Polizist von einem Gaffer bedroht worden. Nach einem schweren Unfall in der Nordstadt wollten mehrere hundert Personen Handyvideos machen. Es kam zum Tumult - und zu einer Festnahme. Bei einem zweiten Unfall wenige Straßen weiter gab es ähnliche Szenen.

DORTMUND

, 18.07.2016
Gaffer bedrohen Polizisten in der Nordstadt

Schwerer Unfall an der Kreuzung Leopoldstraße / Steinstraße.

Zwei Autos sind am Freitagabend gegen 18.55 Uhr auf der Kreuzung Leopoldstraße / Steinstraße zusammengestoßen. Ein Peugeot überschlug sich. Die Fahrerin musste von der Feuerwehr aus ihrem Auto befreit werden und wurde anschließend schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Und dann wurde es auch heikel für die Polizeibeamten, die den Unfall aufnehmen wollten: Um die Unfallstelle herum, so Polizeisprecher Kim Freigang, "rotteten sich mehrere hundert Schaulustige zusammen". Aus dieser Menschenmenge heraus hätten zahlreiche Personen immer wieder versucht, an den Polizisten vorbeizugelangen, die die Unfallstelle absperrten. "Offenkundig wollte man möglichst nahe an die Rettungsmaßnahmen herankommen, um ungestört mit dem Handy Filmaufnahmen machen zu können", so der Polizeisprecher weiter.

Gaffer achteten nicht auf Verkehr

Dabei sei es immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, weil einzelne von der Steinstraße abbiegenden Personen am Steuer "ebenfalls die Rettungsarbeiten begaffen wollten und nicht auf den Straßenverkehr achteten". Wiederholt ausgesprochene Platzverweise wurden laut Polizei nicht nur ignoriert: Vereinzelt sei sogar versucht worden, die Beamten vor Ort mit Drohungen einzuschüchtern.

Unter den "besonders verhaltenskreativen Gaffern", wie es Freigang formuliert, soll sich unter anderem ein 19-jähriger Dortmunder befunden haben. Zitat: "Ich weiß ja wo du arbeitest. Gleich ohne deine Waffe und deine Kollegen sehen wir uns wieder, dann passiert was." 

Erst ein Polizeihund sorgte für Ruhe

Beim Zurückdrängen eines Teils der "Rädelsführer", so schildert Freigang die unschönen Szenen weiter, sei es immer wieder zu Solidarisierungseffekten in der Menge gekommen: offenkundig, um die polizeilichen Maßnahmen zu vereiteln. Eine "deutliche und wiederholte Ansprache durch die Einsatzkräfte" sei ohne Erfolg geblieben. "Bei fast allen Anwesenden war keinerlei Einsicht erkennbar."

Freigang weiter: "Als die Menge sich weiter zusammenrottete und die Situation für die unfallaufnehmenden Beamten bedrohlicher wurde, musste schließlich ein Diensthund eingesetzt werden. Dieser trug erheblich zur Beruhigung der Situation bei." Einige wenige Unbelehrbare hätten aber weiterhin die Einsatzkräfte provoziert - auch den Diensthund.

"Die Polizeibeamten hörten sich bis zum Ende der Unfallaufnahme aus der Menge heraus massiv Beleidigungen und Drohungen an", so Freigang. Doch wegen der unübersichtlichen Situation und der aufgeheizten Stimmung sei es lediglich zu einer einzelnen Strafanzeige gekommen. So sollte eine Eskalation vermieden werden. Die Anzeige wurde gegen den 19-jährigen Dortmunder erstattet, dem das Zitat mit der Drohung zugeordnet wird - wegen des Verdachts der Bedrohung und des Widerstands.

Verletzten Autofahrer bedroht

Doch damit nicht genug: Nur wenige Straßen weiter und eine gute Stunde später kam es fast zu einer Wiederholung der Ereignisse. Gegen 20.30 Uhr gab es auf der Kreuzung Schleswiger Straße / Alsenstraße den nächsten schweren Unfall: Ein 34-jähriger Audi-Fahrer aus Dortmund prallte nach Angaben der Polizei beim Abbiegen mit dem Mercedes Vito eines 20-jährigen Dortmunders zusammen.

Der Mercedes schleuderte durch die Wucht des Aufpralls gegen ein parkendes Auto. Die Fahrer und der Beifahrer im Mercedes wurden laut Polizei leicht verletzt und kamen ins Krankenhaus. Es entstand ein Sachschaden von rund 29.000 Euro.

Auch nach diesem Unfall versammelten sich bei der Unfallaufnahme der Polizei mehrere hundert Schaulustige, so Freigang. Und wie zuvor an der Steinstraße mussten die Polizisten Verstärkung (samt Polizeihunden) rufen, um den Schauplatz des Unfalls zu sichern. Der Audi-Fahrer wurde noch am Unfallort aus der Menge heraus von mehreren Zeugen und Familienangehörigen des 20-Jährigen "massiv beleidigt und bedroht", schildert der Polizeisprecher.

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