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Gilde-Kritikerin unterliegt vor Gericht der Stadt

DORTMUND Mit Erfolg hat sich die Stadt Dortmund vor dem Landgericht gegen eine ihrer schärfsten Kritikerinnen gewehrt. Der Prozess gegen die Historikerin Dr. Beatrice Weifenbach endete zwar offiziell mit einem Vergleich - unter dem Strich hat die Stadt jedoch erreicht, was sie wollte. Es ging um die Reinoldigilde und Beleidigungen.

von Von Martin von Braunschweig

, 08.08.2008
Gilde-Kritikerin unterliegt vor Gericht der Stadt

Kritisierte die Reinoldigilde: Historikerin Dr. Beatrice Weifenbach.

Dr. Beatrice Weifenbach ist verantwortlich für den Inhalt der Internetseite www.reinoldusgilde.de. Die Vereinigung versteht sich als Widerpart zur Dortmunder Reinoldigilde, in der ausschließlich Männer Mitglied werden dürfen.

An sich hätte die Stadt gegen eine neue Gilde nichts gehabt. Doch dass die Internetseite dazu benutzt wurde, beleidigende und diffamierende Äußerungen über einen Stadtarchivar - und damit auch über die Stadt selbst - zu verbreiten, ging dann doch zu weit.

Vom Diebstahl von Forschungsergebnissen war da die Rede. Von nicht verbuchten Geldern und sogar sexuellen Anzüglichkeiten gegenüber Mitarbeiterinnen. Deshalb klagte die Stadt auf Unterlassung.

Zivilkammer zeigt Verständnis für die Stadt

Und Thomas Weber, der Vorsitzende der 6. Zivilkammer, zeigte auch viel Verständnis für das Anliegen der Stadt. Manche der ins Netz gestellten Behauptungen "darf man sicher nicht einfach so verbreiten", sagte der Jurist nach einer ersten Prüfung.

Und er warnte die Historikerin: "Sie sollten im Umgang mit so mächtigen Organisationen eher vorsichtig sein. Die Stadt kann einen solchen Rechtsstreit lange durchhalten."

Weifenbach: Werde beanstandete Passagen ersetzen

Dr. Weifenbach willigte schließlich ein und erklärte sich bereit, die beanstandeten Passagen sofort zu streichen. Allerdings: "Ich werde sie natürlich ersetzen", kündigte sie an. Gut möglich, dass der Streit also demnächst weitergeht.

Schon 2007 musste sich die Historikerin übrigens wegen Beleidigung des Archivars vor dem Amtsgericht verantworten. Zurzeit ruht das Verfahren. Die Frau soll erst von einem Psychiater untersucht werden.

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