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Haben Polizisten diesen Mann grundlos attackiert?

Schwere Vorwürfe

Der Dortmunder Matthias Zwillenberg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei: Sechs Zivilfahnder hätten ihn grundlos und ohne Vorwarnung am Ostwall von hinten angegriffen und auf den Boden gerissen. Jetzt fehlt Zwillenberg ein Zahn, an seinem Arm hat er eine Wunde. Die Polizei schweigt. Wir beleuchten die Hintergründe des rätselhaften Falls.

DORTMUND

, 21.11.2014
Haben Polizisten diesen Mann grundlos attackiert?

Hier am Ostwall, sagt Matthias Zwillenberg, sei er attackiert worden.

Zwillenberg schildert den Vorfall so: Am 30. September 2014 gegen kurz nach 18 Uhr sei er zu Fuß auf dem Weg in die Stadt gewesen. In Höhe des Stadtgymnasiums hätten zwei Kinder gestanden, sie hätten mit der Polizei telefoniert, der Lautsprecher des Handys sei angewesen, daher habe er Teile des Gespräches mitbekommen. Die Jungen standen an einem Auto, bei dem eine der hinteren Scheiben eingeschlagen worden sei. Als Zwillenberg in Höhe der Kinder war, kam über den Lautsprecher die Frage, was für ein Auto das denn sei. Zwillenberg sagt, er habe „Mitsubishi“ gesagt. Dann sei er weitergelaufen. Den Heiligen Weg entlang, dann links in die Arndtstraße in Richtung Ostwall. Da sei es dann passiert. „Auf einmal springt mir jemand in den Rücken, ich werde zu Boden gerissen, dann kniete jemand auf mir, ich hatte eine Todesangst.“ Zwillenberg sagt, erst als jemand auf ihm gekniet habe und er Handschellen umgelegt bekommen habe, habe man ihm gesagt, dass er festgenommen sei. Bei dem Aufprall habe er sich das Nasenbein geprellt, einen Zahn verloren und die Schürfwunde zugezogen. Um ihn herum hätten sechs Zivilpolizisten gestanden, zwei Frauen und vier Männer, einer habe telefoniert. Und ihm habe keiner gesagt, um was es denn eigentlich gehe. Der telefonierende Polizist habe dann aufgelegt und seinen Kollegen gesagt, dass man die Handschellen jetzt wohl abmachen könne.

Zwillenberg sagt, er sei perplex gewesen, und habe eins wissen wollen: Wenn da sechs Polizisten sind und sie haben irgendein Problem mit ihm, „wieso sprechen sie mich nicht einfach an?“ Ihm sei dann gesagt worden, er habe „so geguckt“. Zwillenberg sagt, die Polizisten seien von hinten gekommen. Die Beamten hätten noch einen Rettungswagen verständigt, der sei dann schnell gekommen, eine Sanitäterin habe ihm hineingeholfen und dann die Tür zugemacht. Die Polizisten, von denen der Lagerist weder Namen noch Dienstgrad kennt, wie er sagt, seien zu dem Zeitpunkt schon weg gewesen.

Ja. Er saß bereits im Gefängnis, ein Drogendelikt, aktuell ist er auf Bewährung draußen. Seit vier Jahren lebt er wieder in Dortmund, er ist hier auch geboren, seitdem habe er sich nichts zu Schulden kommen lassen. Abgesehen von einer Schwarzfahrt. Und Gerichtskosten, die er nicht komplett habe bezahlen können. Aber das sei es dann auch gewesen.

Momentan nicht.  In einem benachbarten Brautmodengeschäft heißt es, man habe von dem Vorfall nichts mitbekommen – zur fraglichen Zeit sei der Laden in der Regel geschlossen.

Ja. Zwillenbergs Anwalt Alfons Becker hat wegen „Körperverletzung im Amt“ Anzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Polizei selber sagt nichts, es sei ein laufendes Verfahren.

 

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