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"Häuptling Abendwind" und Die Kassierer auf der Bühne

Schauspiel: Premiere am Samstag

Das Minenfeld gesellschaftlicher Fettnäpfchen wird immer dichter: Permanent soll man aufpassen und auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Schauspieler und Regisseur Andreas Beck reicht’s: Im absurden Theaterstück „Häuptling Abendwind und Die Kassierer“ lassen er und die Punkband ganz artgerecht die Sau raus. Am Samstag feiert das Stück Premiere.

DORTMUND

, 21.01.2015
"Häuptling Abendwind" und Die Kassierer auf der Bühne

Häuptlinge unter sich: Uwe Schmieder (l.) als Häuptling Biberhahn und Uwe Rohbeck als Häuptling Abendwind.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

'Häuptling Abendwind und die Kassierer' im Schauspiel

Das Stück "Häuptling Abendwind und die Kassierer" feiert am Samstag Premiere. Wir zeigen vorab Fotos von den Proben.
21.01.2015
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Julia Schubert (vorn) spielt die Häuptlingstochter Atala, hinten spielen Die Kassierer (v.l.): Nikolaj Sonnenscheiße,
Sänger Wolfgang Wendland und
Mitch Maestro am Bass.© Foto: Birgit Hupfeld
Uwe Rohbeck (auf dem Wicküler-Kasten) verkörpert den Häuptling Abendwind, Chef der Papatutu.© Foto: Birgit Hupfeld
Bierkästen zieren das Bühnenbild: Von links Nikolaj Sonnenscheiße,
Wolfgang Wendland, Schlagzeuger Volker Kampfgarten und
Mitch Maestro.© Foto: Birgit Hupfeld
Julia Schubert macht es sich auf den Bierkästen bequem...© Foto: Birgit Hupfeld
...und verliebt sich als Atala in den Fremden Arthur, gespielt von Ekkehard Freye.© Foto: Birgit Hupfeld
Was die Möhre zur Handlung beiträgt, wissen wir noch nicht. Das wird sich bei der Premiere am Samstag klären.© Foto: Birgit Hupfeld
Ekkehard Freye (liegend) als Arthur soll verspeist werden, gebietet Häuptling Abendwind (Uwe Rohbeck, Mitte). Sein Koch (Wolfgang Wendland) möge ihn schmackhaft zubereiten!© Foto: Birgit Hupfeld
Häuptlinge unter sich: Uwe Schmieder (l.) als Häuptling Biberhahn und Uwe Rohbeck als Häuptling Abendwind.© Foto: Birgit Hupfeld
Und über allem schwebt das Bier...© Foto: Birgit Hupfeld
...und darunter spielt die Band mit Puppen.© Foto: Birgit Hupfeld
Von links: Uwe Schmieder als Biberhahn, Wolfgang Wendland als Koch und Uwe Rohbeck als Abendwind.© Foto: Birgit Hupfeld
Yeah!© Foto: Birgit Hupfeld
Punk-Attitüde, Theater und Livemusik - wir freuen uns auf die Premiere!© Foto: Birgit Hupfeld
Schlagworte Dortmund

Alle wollen Toleranz. Raucher und Nichtraucher. Currywurstesser und Veganer. Je-suis-Charliesten und Pegidisten. Und immer gibt es jene, die Toleranz fordern, aber nicht teilen, die sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn man anders lebt als sie. Wenn man es allen Recht machen will, kann man nur verlieren.

Andreas Beck (Foto), Ensemblemitglied am Schauspiel, geht in die andere Richtung. Er inszeniert das derbe, frivole, satirische Theaterstück „Häuptling Abendwind“ des Dichters Johann Nestroy und ersetzt die ursprüngliche Musik von Jacques Offenbach mit dem derben, frivolen, satirischen Maulaufreißer-Punkrock der Ruhrpott-Punkband Die Kassierer.

Irre Geschichte

Nestroy schrieb die irre Geschichte 1862. Kurz zur Handlung: Häuptling Abendwind der Sanfte vom Stamm der Groß-Lulu empfängt den Häuptling der Papatutu, Biberhahn den Heftigen. Abendwind (im Stück Uwe Rohbeck) befiehlt seinem Koch (Wolfgang Wendland von Den Kassierern), den nächstbesten Fremden fürs Festmahl zuzubereiten. Dann strandet Arthur (Ekkehard Freye) auf der Insel, Abendwinds Tochter Atala (Julia Schubert) verliebt sich in ihn, aber der Koch schlachtet und kocht ihn.

Nach dem Essen stellt sich heraus, dass Arthur der verschollene Sohn Biberhahns ist. Der schreit „Krieg!“, doch dann taucht Arthur wieder auf, der sich vor dem Schlachten gegen einen Bären ausgetauscht hatte. Unter anderem kommt noch heraus, dass beide Häuptlinge früher mal die Ehefrau des jeweils anderen verspeist haben.

"Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist"

Kurz zur Musik: Die Kassierer gibt es seit etwas mehr als 30 Jahren. Neben Sänger Wendland sind es Schlagzeuger Volker Kampfgarten, Bassist Mitch Maestro und Gitarrist Nikolaj Sonnenscheiße. Die salonfähigeren unter ihren Titeln lauten „Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ (kommt auch im Stück vor), oder „Gott hat einen IQ von 5 Milliarden“.

Ihre Musik ist weder platt noch gewaltverherrlichend, sondern ähnelt jemandem, der einem fröhlich und angetrunken ins Gesicht brüllt und sich die Zähne nicht geputzt hat. „Spaßpunk“, nennt Beck sie. „Punkmusiker sind eigentlich Liedermacher“, sagt Wendland. „Beim Punk sind Musik und Texte gleichwertig, anders als beim Rock, wo die Musik oft wichtiger ist.“

Auge, Faust, Faust, Auge

Nestroy und die Kassierer – darf ich vorstellen: Auge, Faust, Faust, Auge.

Das ursprüngliche Stück ist kurz, sagt Beck, er habe höchstens mal einen österreichischen Ausdruck ins Hochdeutsche übersetzt. Trotzdem – absolut werktreu wird sein „Häuptling Abendwind“ wohl nicht, sagt er. Aber nestreu.

Das müssen Sie wissen

  • Premiere ist Samstag (24. 1.) um 19.30 Uhr im Schauspielhaus, Theaterkarree 1-3 (ausverkauft).
  • Weitere Termine: 31. 1., 12. und 21. 2., 29. 3., 10. und 26. 4., 9. und 24. 5.
  • Karten: 12 bis 33 Euro, Tel. 5 02 72 22 und im Internet.

 

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