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Handel sieht Neuregelung der Öffnungszeiten gelassen

Verkaufsoffene Sonntage

Die neue rot-grüne Landesregierung hat sich noch einmal das Ladenöffnungsgesetz vorgeknöpft. Angestrebt werden weniger verkaufsoffene Sonntage. Wir haben dazu Dortmunder Stimmen gesammelt.

DORTMUND

von Von Bettina Kiwitt

, 21.06.2012
Handel sieht Neuregelung der Öffnungszeiten gelassen

Einkaufen am Sonntag oder lieber Zeit für die Familie nach dem Gottesdienstbesuch? Die Meinungen zur Sonntagsöffnung gehen weit auseinander.

Geht es nach der rot-grünen Landesregierung, sollen die verkaufsoffenen Sonntage nur anlassbezogen stattfinden. Samstags soll um 22 Uhr Feierabend sein. In der Woche werden die Öffnungszeiten, die rund um die Uhr möglich sind, nicht angetastet.Hier die Stimmen aus Dortmund zum Thema:  

  • Der City-Ring: 

Im Dortmunder Handel sorgt die mögliche Neuregelung für wenig Aufregung. „Als City haben wir eine relativ starke Position. Die verkaufsoffenen Sonntage haben sich seit Jahrzehnten etabliert“, sagt Axel Schroeder, Vorsitzender des City-Rings. Die City habe noch nicht einmal die bisherige Möglichkeit von vier offenen Sonntagen ausgeschöpft und sich mit dreien begnügt. Die Stadtbezirke müssten sich jedoch künftig stärker abstimmen. „Ich persönlich bin kein Fan von verkaufsoffenen Sonntagen, andererseits auch nicht von zu viel Dirigismus“, sagt Schroeder weiter, der wenig Anlass sieht, an dem bestehenden Ladenöffnungsgesetz etwas zu ändern.  

  • Die Stadtbezirke: 

Ähnlich sieht das Wilhelm Mohrenstecher, Sprecher der Werbegemeinschaften der Dortmunder Stadtteile: „Die Problematik mit den verkaufsoffenen Sonntagen findet nur in den Köpfen der Politiker statt.“ Die Begrenzung der Sonntage sieht er entspannt, solange es Ausweichmöglichkeiten gibt. Entscheidend für ihn ist, welche Bedingungen an die Sonntagsöffnung geknüpft werden; ob etwa der Anlass eine Traditionsveranstaltung sein muss. Welche Anlässe es künftig sein könnten, muss laut eines Sprechers des Wirtschaftsministeriums in Düsseldorf noch im Detail geklärt werden.  

  • Die IHK: 

Ulf Wollrath, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dortmund, findet nicht, dass der City eine Sonderstellung eingeräumt werde sollte. „Es darf keine Rosinenpickerei geben“, es müsse künftig stadtweite Absprachen geben. „Wir wollen keinen Wettkampf um die reduzierten Sonntage.“ Im Übrigen hätten sich die bisherigen Regelungen mit maximal vier verkaufsoffenen Sonntagen pro Stadtbezirk bewährt.  

  • Die Gewerkschaft: 

Norbert Hüwel, heimischer Gewerkschaftssekretär von Verdi für den innerstädtischen Einzelhandel, findet wiederum jede Reduzierung von verkaufsoffenen Sonntagen „begrüßenswert“. Die Sonntagsöffnung sei familienfeindlich. Er habe auch den Eindruck, dass sie betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll sei. „Eigentlich werden die verkaufsoffenen Sonntage nur angeboten, weil es alle anderen auch tun.“  Künftig müsse es eine stadtweite Konsensrunde geben, in der festgelegt werde, an welchen Sonntagen geöffnet wird und welche Stadtbezirke sich beteiligen sollen. Nehme man Ferienzeiten oder die unbeliebten Termine am Ende des Monats – also vor den Gehalts- und Lohnzahlungen heraus – aus, blieben gar nicht so viele Tage übrig, die in Frage kämen. Hüwel ärgert, dass die neue Landesregierung die Öffnungszeiten in der Woche nicht auf 20 Uhr begrenzen will. Offenbar sei nur geplant, am Samstag ab 22 Uhr verbindlich den Feierabend einzuläuten. Das betrifft in Dortmund wenige Läden, etwa die Kette Kaufland, deren Filialen samstags bis 23.30 Uhr öffnen.  

  • Die Kirche: 

Den Kirchen geht die Einschränkung der verkaufsoffenen Sonntage ebenfalls nicht weit genug. „Wir begrüßen jede Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage“, unterstreicht Pfarrer Friedrich Stiller, Leiter des Referats für Gesellschaftliche Verantwortung bei den Evangelischen Vereinigten Kirchenkreisen. Am liebsten wäre den Kirchen, es würde am Sonntag gar nicht geöffnet. Der Sonntag müsse als Kulturgut geschützt werden. Aus Stillers Sicht muss es eine gesellschaftliche Grundsatzdiskussion zu dem Thema geben.  Generell bleibt abzuwarten, mit welchen Änderungen das Ladenöffnungsgesetz tatsächlich vom Landtag verabschiedet wird.  

Für dieses Jahr sind in Dortmund folgende 23 verkaufsoffene Sonntage von 13 bis 18 Uhr genehmigt, die zum Teil schon stattgefunden haben und sich manchmal überschneiden:  

  • Stadtbezirk Aplerbeck: 6.5., 2.9., 2.12.
  • Stadtbezirk Hombruch: 20.5., 2.9., 11.11.
  • Stadtbezirk Hörde: 25.3., 3.6.
  • Stadtbezirk Eving: 15.4.
  • Stadtbezirk Innenstadt Nord: 5.2., 4.3., 7.10., 11.11.
  • Stadtbezirk Innenstadt-Ost: 29.4., 9.12.
  • Stadtbezirk Innenstadt West (City und Dorstfeld): 7.10., 4.11., 2.12.
  • Stadtbezirk Lütgendortmund: 1.4., 30.9., 11.11.
  • Stadtbezirk Mengede (ausgenommen Westerfilde / Bodelschwingh): 2.9., 9.12.
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