Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Illegaler Schrotthandel im Theater: Ärger für Direktorin

Abmahnung für Bettina Pesch

Im Dortmunder Stadttheater blühte jahrelang der illegale Schrotthandel. Über viele Jahre war es gängige Praxis, dass Bühnentechniker Altmetall verkauft und daraus Ausflüge, Weihnachts- und Betriebsfeiern finanziert haben. Direktorin Bettina Pesch droht nun deswegen eine Abmahnung. Und auch eine zweite steht unmittelbar bevor.

Dortmund

von Gregor Beushausen

, 05.11.2014

Bettina Pesch (58), geschäftsführende Direktorin des Theaters, sieht einer Abmahnung aus dem Personalamt entgegen: Sie habe ihre Aufsichtspflicht verletzt, heißt es. Eine zweite Abmahnung kündigt das Personalamt gleich mit an: Sie soll ihren Dienstwagen unbefugt für private Fahrten genutzt haben.

Die Einnahmen für das über viele Jahre verkaufte Altmetall seien nicht privat genutzt worden. Laut Personalamt der Stadt sei das Geld in Ausflüge und Betriebsfeste geflossen. Direktorin Bettina Pesch wurde erst eingeweiht, als die Medien über den Verkauf von Altmetall im Tiefbauamt berichteten. Sie habe nichts von den Vorgängen gewusst, teilte Pesch dem Personalamt daraufhin mit. Pesch gab die Verantwortung an den Technischen Direktor weiter, doch auch der gab sich unwissend. Bei anschließenden Recherchen kam außerdem ans Licht, dass der Handel mit Altmetall bis in die 90er Jahre zurückreicht. Die Höhe des Schadens sei völlig offen.

Während die städtischen Rechnungsprüfer die Politik über den

ins Bild gesetzt haben, gibt es über die Vorgänge im Theater keinen Bericht. Der Staatsanwalt hingegen ist im Bilde: „Wir ermitteln auch die Vorgänge am Theater“, bestätigt Oberstaatsanwältin Dr. Barbara Vogelsang. Im Falle der zweiten angekündigten Abmahnung war es Pesch, die Ermittlungen gegen sich ins Rollen gebracht hat. Bei ihrem Dienstvorgesetzten, Personal- und Kulturdezernent Jörg Stüdemann, gab sie im April 2014 an, einen Dienstwagen in mehreren Fällen privat genutzt zu haben.

Das Personalamt wirft ihr vor, das Auto in 24 Fällen unbefugt genutzt zu haben. Selbst der Umstand, dass Pesch den Wagen aus eigener Tasche volltankte und dem Theater keine Rechnungen stellte, findet keine Gnade. Das Problem: In einer von Pesch selbst erlassenen Dienstanweisung aus März 2012 hatte die Theater-Direktorin geregelt, dass der Fiat ohne Ausnahmen „grundsätzlich nur zu Dienstzwecken“ gefahren werden dürfe. Damit, so das Personalamt, habe die Theater-Direktorin gegen ihre eigenen Regeln verstoßen. Das sieht die Betreffende anders. Das Fahrzeug sei lediglich „gesponsert“ und daher nicht als „Dienstfahrzeug“ zu betrachten. Bettina Pesch selbst wollte sich gestern zum Thema nicht äußern.

 

 

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt