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Immobilienunternehmen bringt Farbe ins Quartier

Vonovia modernisiert in Westerfilde

Die Vonovia modernisiert ihren Bestand in Westerfilde aufwendig. Auf die Fassaden will das Immobilienunternehmen Motive berühmter Maler aufbringen lassen. Und auch einige Mieter sollen auf den Außenwänden abgebildet werden.

Westerfilde

, 14.02.2018
Immobilienunternehmen bringt Farbe ins Quartier

So wie hier mit einem Motiv von Monet sollen die Häuser an der Speckestraße und am Gerlachweg nach der Modernisierung aussehen. Umrisse von Mietern sollen zur Identitätsstiftung ebenfalls aufgebracht werden. © Grafik Vonovia

Für Modernisierung und Sanierung will die Vonovia bis 2019 in ihren Bestand in Westerfilde 23,2 Millionen Euro investieren. Eine beachtliche Summe, die aber vor allem bei den Bewohnern die Alarmglocken schrillen lassen dürfte. Denn: Investitionen in Modernisierung können immer auf die Mieter umgelegt werden.

„Nach der Modernisierung liegen die Mieten für die 110 öffentlich geförderten Wohnungen bei einer Kaltmiete von 5,60 Euro pro Quadratmeter, bei den frei finanzierten bei 5,70 bis 5,80 Euro“ sagt Unternehmenssprecher Max Niklas Gille.

Mieter haben Bammel vor Erhöhungen

„Die Mieter haben Bammel vor den Erhöhungen, aber jeder kann auch einen Härtefallantrag stellen, sodass nicht zwangsläufig die maximale Erhöhung auf den Mietzins umgelegt wird“, sagt Monika Hohmann vom Mieterbeirat in Westerfilde.

Seitens der Vonovia sei man sich zudem seiner Verantwortung bewusst und wolle definitiv keine Verdrängung von Bestands-Mietern herbeiführen. Dass das Unternehmen zudem auf eine ganzheitliche Quartiersentwicklung in Westerfilde setze, unterstreicht Regionalleiter Ralf Peterhülseweh: „Unser Ziel ist es, Westerfilde fit für die Zukunft zu machen.“ Daher arbeite man parallel zu der Modernisierung gemeinsam mit Stadt und anderen Beteiligten auch an verschiedenen Quartiersprojekten.

Insgesamt werden 640 Wohnungen bis 2019 modernisiert

Insgesamt werden 640 Wohnungen bis 2019 modernisiert. Im Bereich südlich der Westerfilder Straße (Luftschacht, Mosselde und Kiepeweg) sind die Arbeiten beinahe abgeschlossen. Im nördlichen Teil erfolgt die Modernisierung von 384 Wohnungen in zwei Bauabschnitten. „Wir passen die Gebäude heutigen Wohnansprüchen und Standards an“, so Peterhülseweh.

Der erste Bauabschnitt Gerlachweg 3 bis 9 und Speckestraße 12 bis 24 soll –sofern es das Wetter zulässt– am 5. März beginnen, sagt Gille. „2019 geht es am Gerlachweg mit den Häusern 4-16 weiter.“ Über die genauen Pläne seien die Mieter bei einer Mieterversammlung bereits informiert worden. Und es kommt einiges auf sie zu.

Heizungen und Badezimmer werden erneuert

„Zur Modernisierung im nördlichen Teil gehören neue Heizungskörper und -stränge, die Sanierung von Bädern und Balkonen, die Neugestaltung der Eingangsbereiche und Waschbetonfassaden, die Dämmung der Dächer und Keller sowie eine neue Gestaltung der Freiflächen“, gibt Gille einen Einblick.

Immobilienunternehmen bringt Farbe ins Quartier

Ab Anfang März modernisiert die Vonovia ihren Bestand an der Speckestraße und am Gerlachweg. Während der Bauzeit drohen den Mietern Unannehmlichkeiten. © Nils Heimann

Doch gerade die Erneuerung der Heizungsanlagen und der Badezimmer bringt einige Unannehmlichkeiten für die Mieter mit sich. Denn dafür müssen die Arbeiter nicht nur täglich in die Wohnungen, sondern auch die Badezimmer stehen nicht zur Verfügung. Rund 14 Tage soll der Zustand anhalten.

Übergangsweiser Umzug in sanierte Wohnungen nicht möglich

Eine Lösung, wie sie Rainer Stücker vom Mieterverein vorschlägt, dass betroffene Mieter für die Dauer der Arbeiten in eine bereits modernisierte Wohnung umziehen, sei nicht möglich, betont Max Niklas Gille: „Zum einen haben wir nicht so viel Leerstand, dass das problemlos möglich wäre und zum anderen glauben wir, dass die Wohnungen während der gesamten Zeit bewohnbar bleiben.“

Für den entsprechenden Zeitraum würden vor dem Haus jeweils Container mit zehn Duschen und zehn Toiletten stehen, die einzeln abschließbar seien und nur von den jeweiligen Mietern genutzt werden dürften. „Selbstverständlich werden sie auch täglich gereinigt.“ Außerdem wäre die Wasserversorgung in der Küche permanent gewährleistet und ab 17 Uhr könne man stets auch seine eigene Toilette nutzen. „Wir wollen, dass die Mieter so wenig wie möglich Stress haben“, verspricht Gille.

Container sind für Rollstuhlfahrer nicht geeignet

Zumindest für einen Teil der Anwohner sieht Monika Hohmann aber genau diese Gefahr. „In einem Haus in der Speckestraße wohnen mehrere Rollstuhlfahrer. Für die sind die Container bestimmt nicht geeignet.“

Während der Vorbereitung auf das Großprojekt habe die Vonovia aber zu jedem Mieter Kontakt aufgenommen, erläutert Nora Woker, Projektleiterin für Westerfilde. „Wir führen viele Gespräche. Vor allem bei den Älteren fließt da aber auch mal die eine oder andere Träne.“ Aber man wolle die Mieter unterstützen, wo es gehe: „Wir haben extra zwei unserer älteren Mitarbeiter abgestellt, die sich um die Leute kümmern“, so Woker. „Sollte es dennoch irgendwo haken: bitte melden. Wir helfen dann.“

Motive berühmter Malern wie Monet, van Gogh oder Klimt

Wenn alles überstanden ist, dürfen sich die Anwohner auf ein schönes und buntes Wohnumfeld freuen, denn für die Fassaden der Häuser hat die Vonovia ein besonderes Konzept im Köcher, wie Gille verrät: „Unter dem Motto ‚Gartenstadt‘ werden großflächig Motive von berühmten Malern wie Monet, van Gogh oder Klimt aufgebracht.“ Und selbst ein Teil der Mieter soll sich wiederfinden. „In dezentem Weiß wollen wir Umrisse von einigen auf die Häuser aufbringen – zur Identitätsstiftung mit dem Quartier.“

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