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In dieser Kirche könnten bald Partys steigen

Dorstfelder Gotteshaus

Nach der Entwidmung der evangelischen Kirche Dorstfeld im Jahr 2013 ist es still geworden um das Backsteingebäude an der Hochstraße. Doch jetzt rückt eine Neunutzung der denkmalgeschützten Kirche für Events in greifbare Nähe. Wofür die Kirche genutzt werden soll und was noch für Streit sorgt, lesen Sie hier.

DORSTFELD

04.10.2016
In dieser Kirche könnten bald Partys steigen

Die evangelische Kirche im Stadtteil Dorstfeld wurde 2013 entwidmet, diente zwischenzeitlich als Kulturkirche und ist seit 2015 ungenutzt. Ein Investor will sie nun als Eventkirche nutzen.

„Ein Investor will Pfarrhaus und Kirche kaufen“, berichtet Pfarrer Christian Höfener-Wolf von der Elias-Kirchengemeinde. Er plant, das entwidmete Gotteshaus als Eventkirche für private und gewerbliche Veranstaltungen zu nutzen. Hochzeiten und Geburtstage aber auch Firmenjubiläen, Tagungen, Ausstellungen oder Konzerte sollen nach Vorstellungen der Betreiber künftig an der Hochstraße stattfinden.

Das sind die nächsten Schritte

Bis zum Jahresende würden Gemeinde und Investor den Vertrag gern unter Dach und Fach bringen. Danach könnte die Umgestaltung beginnen. „Im Inneren des Pfarrhauses sollen Service-Räume und Sanitärbereiche untergebracht werden“, skizziert Höfener- Wolf die Pläne. In der Kirche selbst soll es keine baulichen Veränderungen geben. Lediglich die Heizungsanlage und der Fußboden sollen erneuert werden. 

Allerdings ist geplant, außer der Kanzel alle sakralen Gegenstände wie zum Beispiel den Altar zu entfernen. Und auch von ihrer wertvollen Sauerorgel möchte sich die Gemeinde schweren Herzens trennen. „Eine dauerbeheizte Kirche und die höhere Luftfeuchtigkeit durch viele Besucher ist Gift für die Orgel. Außerdem muss ein solch wertvolles Instrument regelmäßig gespielt werden“, argumentiert der Pfarrer. „Bei uns tut das zurzeit eine Orgelschülerin.“

Darüber wird noch gestritten

Trotz aller Argumente der Gemeinde sind die untere Denkmalbehörde in Dortmund und der Denkmalschutz des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe aber bisher noch gegen den Ausbau des Instruments. Sie sehen in der Orgel einen festen Bestandteil der Kirche und kein bewegliches Denkmal. Ein Ausbau bedeutet aus ihrer Sicht eine erhebliche Veränderung.

„Momentan gibt es mit den Denkmalpflegern noch keine Einigung, aber wir sind sehr zuversichtlich“, so Höfener Wolf. Die Landeskirche hat inzwischen auch einen Orgelsachverständigen eingeschaltet, der nun ein Gutachten erstellen soll. Einen möglichen Käufer für die Orgel hat die Gemeinde übrigens ebenfalls bereits gefunden. „Die evangelische Kirche in Gronau ist interessiert, das Instrument zu übernehmen“, berichtet Pfarrer Höfener-Wolf. Sie hat sogar bereits erfolgreich einen Antrag auf Fördergelder für die 1904 erbaute Orgel gestellt.

Davon hängt die Entscheidung ab

„Derzeit ringen alle Beteiligten, die Gemeinde, der Kirchenkreis, die Landeskirche Westfalen, die Denkmalschützer und der Investor um eine Lösung, die das Projekt auf den Weg bringt. Ob die Sauer-Orgel tatsächlich ins Münsterland umzieht, hängt nun maßgeblich davon ab, ob der bestellte Gutachter die Denkmalpfleger überzeugen kann. Die Gemeinde hofft es. „Denn wir sind mit der geplanten Umnutzung so weit, wie wir noch nie waren“, schwärmt Höfener-Wolf. „Wir wollten immer, dass die Kirche auch weiterhin ein Platz ist, der von den Menschen genutzt wird. Die Eventkirche ist eine solche Lösung.“

Notfalls wäre die Gemeinde, falls keine Einigung erzielt wird, deshalb auch bereit, die Orgel in der Kirche zu lassen, sofern der Investor mitspielt. „Doch das ist für uns die schlechtere Lösung“, so Höfener-Wolf. Denn dann wäre sie nur noch Zierde aber als Instrument über kurz oder lang verloren.

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