Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Intown antwortet auf Fragen zur Hannibal-Räumung

Brandschutz und Kosten

Der Eigentümer des wegen Brandschutzmängeln geräumten Hannibal-Hochhauses in Oberdorstfeld hält daran fest, dass die Zwangsräumung durch die Stadt Dortmund nicht rechtens war. Es ist deshalb offen, ob das Unternehmen auf Schadensersatzforderungen der Mieter eingeht. Es bietet Wohnungen außerhalb Dortmunds an.

DORTMUND

, 26.09.2017

Nach der Räumung des Hannibal-Hochhauses in Oberdorstfeld geriet der Eigentümer der Immobilie - die Intown GmbH in Berlin - schnell in die Kritik. Einen Tag nach einer Anfrage unserer Redaktion an die Intown-Geschäftsführung in Berlin antwortete das Management am Dienstagnachmittag auf sechs Fragen. Wir geben sie unten im Wortlaut wieder. Intown bestreitet die Brandschutzmängel in den Versorgungsschächten des Hochhauses nicht, hält die Reaktion der Stadt Dortmund allerdings weiterhin für überzogen. Die Zwangsräumung sei nicht rechtens. Intown bietet den Mietern seine Hilfe an, schränkt aber ein: "Sofern den Menschen unbürokratisch geholfen werden kann, tun wir das auch."

Hannibal-Mieter bleiben vor einem Rechtsstreit auf Kosten sitzen

Ob das auf Immobilien-Management spezialisierte Unternehmen auf Schadensersatzforderungen von Mietern eingeht, ist also offen: Die Chefetage wird nicht für Kosten aufkommen wollen, die sie nicht verursacht hat. Als Verursacher sieht Geschäftsführer Sascha Hettrich eher die Stadt Dortmund. Der Krisenstab der Stadt hatte am Donnerstag die Zwangsräumung angeordnet. Bis die Frage nach der Verantwortung juristisch nicht eindeutig geklärt ist, dürften im Falle einer Klage viele Monate vergehen - und die Mieter auf ihren Umzugskosten sitzen bleiben.

Hier die Fragen und Antworten:

Wird Intown am Hannibal eine Anlaufstelle für Mieter einrichten, um Organisationsfragen aufnehmen oder direkt klären zu können?

Antwort Intown: Wir sind mit unseren Mietern im Gespräch. Erste Anlaufstelle ist unser Büro. Sobald es möglich ist, im Gebäude eine Anlaufstelle zu haben, werden wir dies tun. Wir haben ja bereits ein Büro vor Ort und hatten auch regelmäßige Mietersprechstunden im Objekt.

Richtet Intown eine Art Fonds ein, um Mietern etwaige Kosten unbürokratisch zu erstatten?

Antwort Intown: Die Kostenfrage wegen der Räumung seitens der Stadt ist bislang offen, da wir der Meinung sind, dass diese nicht rechtens war. Sofern den Mietern unbürokratisch geholfen werden und dies von uns beeinflusst werden kann, tun wir das auch.

Hat Intown das Objekt seit dem vergangenen Donnerstag unter dem Brandschutzaspekt und den festgestellten Mängeln inspiziert?

Antwort Intown: Für uns gilt, was für alle gilt: Auch wir dürfen das Gebäude nur mit Zustimmung der Behörde betreten. In jedem Fall werden wir jedoch umfassende Brandschutzgutachten und -meinungen einholen, da wir nach wie vor der Meinung sind, dass die Behörde voreilig gehandelt hat, und die Räumung durch Maßnahmen, die wir ja bereits begonnen hatten, hätte vermieden werden können. Wir betonen, dass uns das Wohl unserer Mieter sehr wichtig ist, und die Mieter möglichst schnell in ihre Wohnungen zurück sollten.

Welche Maßnahmen leitet Intown ein, damit die Mieter schnellstmöglich in die Wohnungen zurück können?

Antwort Intown: Wir müssen mit der Stadt Dortmund sprechen und die von uns angebotenen Maßnahmen von der Stadt genehmigt bekommen, um eine Rückkehr der Mieter zu ermöglichen. Gespräche mit der Stadt sind bereits anberaumt.

Bietet Intown seinen Mietern aktiv Ersatzwohnraum an?

Antwort Intown: In Dortmund haben wir lediglich ein geringeres Kontingent an verfügbaren Wohnungen, in anderen nahen Standorten (Gelsenkirchen, Duisburg, Essen etc.) haben wir rund 100 eigene freie Wohnungen. Gleichzeitig kümmern wir uns darum, ob befreundete Unternehmen ebenfalls Wohnraum anbieten können und sind hier auch mit den Mietern im Gespräch.

Können Sie bereits abschätzen, wie hoch die Kosten zur Wiederherstellung der Bewohnbarkeit sein werden?

Nein, noch nicht.

Lesen Sie jetzt