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Islam-Kritiker Abdel-Samad tritt nun doch in Dortmund auf

Nach Absage wegen Sicherheitsbedenken

Bereits im September vergangenen Jahres sollte der Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad im Keuning-Haus auftreten, doch die Veranstaltung fand nicht statt. Sicherheitsbedenken führten wohl zur Absage. Jetzt steht ein Nachholtermin fest - allerdings gibt es ein paar Änderungen.

DORTMUND

, 17.03.2017
Islam-Kritiker Abdel-Samad tritt nun doch in Dortmund auf

Islamkritiker Hamed Abdel-Samad.

Kurz vor dem geplanten Termin im September 2016 sagte die Stadt die Veranstaltung „aus organisatorischen Gründen“ ab. Tatsächlich waren es wohl Sicherheitsbedenken, die zur Absage führten. Abdel-Samad nannte sie später „feige und charakterlos“. Am 31. März findet die Veranstaltung nun doch statt - an einem anderen Ort.

Mordaufrufe im Netz

Wer sich Abdel-Samad als Redner zu einer Veranstaltung einlädt, muss wissen, worauf er sich einlässt: Der deutsch-ägyptischen Politologe und Publizist ist einer der bekanntesten Islam-Kritiker. In seinem 2015 erschienenen Buch „Mohamed – Eine Abrechnung“ skizziert er den Propheten als gekränkten Außenseiter, Paranoiker und Massenmörder, der "für seine Ziele über Leichen ging". Ein Tenor, der für Abdel-Samad nicht ungefährlich ist. Aber auch nicht neu. Bereits seit 2013 kursieren gegen ihn Mordaufrufe im Netz, er hatte damals der Muslimbruderschaft „islamischen Faschismus“ vorgeworfen.

Dass der Sicherheitsaufwand bei einer Veranstaltung mit Abdel-Samad hoch ist, ist nicht überraschend. Überraschend indes war die Entscheidung der Stadt Dortmund, den in der Reihe „Talk im DKH“ lange geplanten Auftritt Abdel-Samads abzusagen. „Organisatorische Gründe“ wurden damals ins Feld geführt, tatsächlich waren es Sicherheitsbedenken. Die Architektur des Keuning-Hauses ist eine sehr offene – offenbar wurden Zusammenstöße zwischen Islamisten, Linken und Rechten befürchtet, denn auch die AfD nutzt inzwischen die Thesen von Abdel-Samad. So kam es Ende Oktober 2015 zu Tumulten, als der Autor beim AfD-Kreisverband Dachau-Fürstenfeldbruck sprechen wollte und Parteianhänger und Teilnehmer einer Mahnwache aneinander gerieten.

Abdel-Samad äußerte Kritik

Die Stadt Dortmund hatte damals davon gesprochen, einen Ausweichtermin und –ort finden zu wollen, dennoch hatte Abdel-Samad mit Kritik nicht hinter dem Berg gehalten: „Man kann sich hinter der undeutlichen Formulierung „Sicherheitsbedenken“ verstecken, aber das ist unzutreffend. Denn für meinen Schutz sind das BKA und der Staatsschutz zuständig, und von deren Seite gab es keine Bedenken.“ 

Bedenken scheint es nun nur noch bedingt zu geben, am 31. März soll die Veranstaltung jetzt stattfinden: Im Reinoldinum am Schwanenwall 34 in der Innenstadt. Nach einem kurzen Impulsvortrag von Abdel-Samad unterhält er sich mit dem Moderator Aladin El-Mafaalani (Professor für Politikwissenschaft) und dem Publikum. Für diese Veranstaltung ist eine verbindliche Online-Anmeldung erforderlich, rund 300 Besucher passen ins Reinoldinum.

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