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Islamist war auch in Dortmund unterwegs

Bei Lippstadt festgenommen

Ein 21-jähriger Islamist, den die Polizei Mitte Februar in Bad Waldliesborn in der Nähe von Lippstadt festgenommen hat, hat sich vor seiner Festnahme auch in Dortmund aufgehalten. Der Deutsch-Kasache hatte sich eine Armbrust gekauft und wurde festgenommen.

DORTMUND

, 20.03.2017
Islamist war auch in Dortmund unterwegs

Die Staatsanwaltschaft Dortmund.

Der Mann, der vor wenigen Jahren zum Islam konvertiert ist, war den Ermittlern aufgefallen, während sie in einem anderen Verfahren ermittelten, sagte die zuständige Staatsanwältin Sonja Frodermann auf Anfrage. Der Mann, der im Raum Paderborn aufgewachsen ist, hatte sich eine Armbrust gekauft und sich mit dieser Waffe dann auch auf der Straße aufgehalten.

Gegenstände zum Bombenbau gefunden

Deswegen war er zunächst festgenommen worden. Doch da eine solche Armbrust – obwohl sie eine tödliche Waffe sein kann – nicht unter das Waffengesetz fällt, war das kein Haftgrund. Den fanden die Ermittler dann im Pensionszimmer, in dem der Mann wohnte. Hier wurden Gegenstände gefunden, die sich auch zum Bombenbau verwenden lassen könnten. Dabei, so ein hochrangiger Ermittler, habe es sich um Gegenstände gehandelt, die man auch in einem größeren Haushalt finden könnte, die aber so und in ihrer Zusammenstellung in Pensionszimmern eher selten zu finden seien. 

Die notwendigen Chemikalien soll der Mann noch nicht gehabt haben. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung' type='' href='http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/armbrust/plant-isis-armbrust-terror-in-deutschland-50914014,view=conversionToLogin.bild.html von Montag sollen die Ermittler auch IS-Glaubensbekenntnisse und eine Anleitung zum Bombenbau auf dem Smartphone des Mannes gefunden haben. 

Nach Informationen unserer Redaktion geriet er in den Fokus der Ermittler, als er hier in Dortmund mit einem anderen Gefährder unterwegs war. Es folgte eine mehrwöchige Überwachung, der zufolge der Mann sich auch eine Woche in Dortmund aufhielt.

Gab es Verbindungen?

Iwan K. hatte, so die Staatsanwältin, Kontakte in das Netzwerk des Hildesheimer Predigers Abu Walaa. Der wurde im November 2016 festgenommen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ihn und mehrere andere Personen unter anderem wegen Unterstützung des Islamischen Staates. Ebenfalls zum Netzwerk von Abu Walaa gehörte der in Dortmund lebende Deutsch-Serbe Boban S., der ebenfalls im November 2016 verhaftet wurde und der dem Berlin-Attentäter Anis Amri hier in der Stadt Unterschlupf gewährt hatte. Über mögliche Verbindungen von Iwan K. zu Boban S. sei aktuell nichts bekannt, so Staatsanwältin Frodermann.

Warum sich Iwan K. in Dortmund aufhielt und was er hier tat, ist im Moment noch unklar. Man ermittele noch in diesem Fall, so die Staatsanwältin. Dass der 21-Jährige „etwas“ geplant hatte, davon gehen Ermittlerkreise aus. Was das genau war, ist noch unklar. Dass es sich um einen Anschlag in Dortmund gehandelt haben könnte, wird verneint.

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