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Kind (10) geschlagen - Geldstrafe

Amtsgericht Dortmund

So geht es nicht: Weil ein Anwohner (52) aus Schüren einen Grundschüler (10) geschlagen hat, ist er am Dienstag zu 400 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte war ausgerastet, weil eine Gruppe von Kindern Schneebälle gegen sein Fenster geworfen hat.

DORTMUND

von Von Jörn Hartwich

, 17.08.2010

Die unglaubliche Geschichte begann am Mittag des 2. Februar 2010. Die Schule war vorbei, der Zehnjährige war mit seinen Freunden auf dem Nachhauseweg. „Wir wollten eine Schneeballschlacht machen“, sagte er im Zeugenstand. 

Doch dann sei einer der Bälle vor die Wohnzimmerscheibe des Angeklagten geflogen. Alle rannten weg, nur er blieb stehen. „Ich hatte richtig Angst, der hat so böse geguckt“, sagte er den Richtern. Kurz darauf eskalierte die Situation. Der 52-Jährige lief nach draußen, der Zehnjährige stammelte immer nur: „Ich war das nicht, ich war das nicht.“ Trotzdem wurde er geschlagen. „Er hat mir eine Backpfeife gegeben und mich dann zurück in die Schule gezogen – am Tornister.“ Die Urteilsbegründung des Richters glich am Ende einer Standpauke. Wörtlich sagte er dem Angeklagten: „Das sind Kinder, da muss man sich am Riemen reißen.“ Und: „Von einem erwachsenen Mann muss man mehr Souveränität verlangen.“ Schließlich sei nicht einmal etwas kaputt gegangen.

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