Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Kleingärtner sind schockiert über Zerstörungswut

Wiederholte Einbrüche in Hombrucher Gartenverein

Insgesamt drei Mal ist in diesem Jahr schon beim Hombrucher Gartenverein „Heideblick“ eingebrochen worden. Am vergangenen Wochenende schon wieder. Und diesmal hat es „eine Dimension erreicht, die wir so noch nie hatten“, sagt der Kleingarten-Chef.

Renninghausen

, 05.04.2018
Kleingärtner sind schockiert über Zerstörungswut

Albert Sayk (l.) und Klaus-Dieter Ehlert sind entsetzt von der Zerstörungswut der Täter. Auf dieser Seite ist die Verkleidung der Überdachung „nur“ beschädigt, auf der gegenüberliegenden Seite ist sie vollständig zerstört. © Carolin West

Eigentlich geht es auf dem Gelände des Gartenvereins „Heideblick“ e.V. friedlich zu. Die Mitglieder pflegen ihre Gärten, Anwohner nutzen die Wege der Anlage für einen Spaziergang und manch einer verweilt bei schönem Wetter vielleicht auch auf der Bank mit dem „besten Ausblick“ auf das Heimstadion des BVB.

„Die Anlage und die Umgebung sind einfach ein Naherholungsgebiet“, sagt Ulrike Schamberger, Schriftführerin des Vereins. „Zum Spazierengehen ist es hier wunderschön.“ Zudem sei die Gartenanlage bei gutem Wetter nicht zu überlaufen wie beispielsweise der Rombergpark. Doch die Ruhe, die sonst auf dem Vereinsgelände herrscht, wird seit Anfang des Jahres gestört. Insgesamt drei Mal ist schon eingebrochen worden. Und am vergangenen Wochenende dann der Höhepunkt der Serie: die Zerstörung der Terrasse vor dem Vereinsheim.

Schaden erreicht eine neue Dimension

Zerbrochene Scheiben, Scherben von Bierflaschen, kaputte Solarleuchten – das erwartete die Vereinsmitglieder, die am Ostersamstag auf die Anlage kamen. „Das hat diesmal eine Dimension erreicht, die wir so noch nie hatten“, sagt Klaus-Dieter Ehlert, der Vorsitzende des Hombrucher Vereins, mit Blick auf die zerstörte Seitenverkleidung der Überdachung vor dem Vereinsheim. „Das muss ja die reinste Zerstörungswut gewesen sein.“

Auf einer Seite des Vordaches ist die Verkleidung vollständig abgerissen. Bretter, aus denen Nägel ragen, liegen auf dem Weg, der eigentlich zum Vereinsheim führen soll. „Hier muss man vorsichtig sein“, sagt Beisitzer Albert Sayk. „Wir gehen jetzt lieber über die Wiese.“ Und damit nicht genug: Stühle, geklaut aus einem der Gärten, stehen auf der Terrasse. Sie dienten den Tätern wohl als Sitzgelegenheit. Die Vereinsmitglieder vermuten, dass Jugendliche dort verbotenerweise gefeiert haben.

Jugendliche halten sich nicht an Regeln

Auch tagsüber seien häufiger junge Leute auf der Gartenanlage unterwegs. „Und sie dürfen ja auch hier sein. Ich habe ihnen aber schon ein paar Mal gesagt: ‚Bitte räumt alles wieder weg‘“, erzählt Klaus-Dieter Ehlert. Doch in vielen Fällen gehe seine Bitte ins Leere. Wer tatsächlich Schuld an der Verwüstung ist, ist aber noch unklar. Auch, ob es einen Zusammenhang zu den Einbrüchen gibt.

Dass die Terrasse vor dem Vereinsheim, die der Treffpunkt aller Mitglieder ist, nun so verwüstet wurde, schmerzt die Kleingärtner sehr. Zumal das nicht das einzige Problem ist, mit dem der Verein zu kämpfen hat.

Drei Einbrüche in drei Monaten – das ist ein trauriger Rekord für die Gartenanlage. Im Januar wurden Gartengeräte aus der Gerätelaube und dem Container gestohlen. „Und zwei Geräte, die wir danach wieder neu angeschafft hatten, wurden dann beim Einbruch im Februar wieder geklaut“, erzählt Albert Sayk. Danach trauten sich die Vereinsmitglieder nicht, erneut in Geräte zu investieren. So gingen die Diebe bei einem dritten Einbruch im März leer aus. Der Schaden von 5000 Euro – allein für die Einbrüche – wurde inzwischen fast vollständig von der Versicherung beglichen.

Keine Angriffsfläche für Einbrecher bieten

„Das Geld ist da“, sagt Klaus-Dieter Ehlert. „Aber wir wollen erst einmal keine neue Angriffsfläche bieten.“ Stattdessen denkt der Verein über Möglichkeiten nach, erneute Einbrüche zu verhindern. „Videoüberwachung könnte eine Lösung sein“, überlegt Ehlehrt. Aber dazu müsse das Vereinsgelände als Privatgelände ausgezeichnet werden.

Wichtig sei, dass wieder Ruhe einkehre. Dennoch: Der Schock sitzt tief. „Manche Vereinsmitglieder haben jetzt, nach den Vorfällen, Angst“, erzählt Ulrike Schamberger. „Gerade jetzt, wo es wärmer wird und man wieder mehr in den Garten geht. Sich mit denjenigen anlegen, die das gemacht haben, möchte man ja auch nicht.“

Lesen Sie jetzt