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Kleinkind-Mutter bekommt Hilfe

DORTMUND Von einer Verwahrlosung des Enkelkindes will der Großvater des 16-monatigen Jungen, der zwischen Müllbergen und Katzenkot leben soll, nichts wissen. Entrüstet sprach er gegenüber unserer Zeitung von einem „Racheakt des Hausverwalters“.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 11.12.2007
Kleinkind-Mutter bekommt Hilfe

Die Großeltern in dem Haus sprechen von ‚Racheakt'.

Davon, dass „in dem Haus ja nichts gemacht“ werde etc. Und: „Der Junge sei tagsüber in einer Kinderkrippe untergebracht.“ Lediglich Defizite in der Haushaltsführung der Mutter des Kindes räumte er ein. Martina Still von der gleichnamigen Hagener Wohnungsverwaltung sah nach eigenen Bekunden das Kind „noch morgens um 10 Uhr in der verdreckten Wohnung“.

Bodo Weirauch, Abteilungsleiter der Jugendhilfe im Dortmunder Jugendamt, bestätigte, der Junge sei in einer Kindertagesstätte. Und: Der Jugendhilfedienst habe sich auch in der Tagesstätte nach eventuellen Auffälligkeiten des Kindes erkundigt. Zu seiner eigenen, der Öffentlichkeit gegenüber sehr zurückhaltenden Informationspolitik, unterstrich Weirauch gegenüber den RN: „Es gibt im Jugendgesetz strenge Datenschutzbestimmungen.“ Und dies sei auch gut so, weil man erreichen möchte, dass mehr Selbstmelder um Hilfe bäten. „Betroffene, die um Unterstützung nachsuchten, sollen uns nicht als Eingriffsbehörde verstehen.“

Eingreifen in den Haushalt der Mutter des 16-monatigen Jungen soll jetzt aber eine sozial-pädagogische Familienhelferin. Nur: „Sie muss diese Hilfe selbst beantragen bei uns. Aber da sind wir auf einem guten Weg. Das haben wir gemeinsam mit der Mutter überlegt“, so Weirauch. Alle halbe Jahre würde ein so genanntes Hilfeplan-Gespräch geführt, um zu sehen, wie der weitere Bedarf sei. Im vergangenen Jahr erfuhren in Dortmund 450 Familien mit 1004 Kindern sozial-pädagogische Familienhilfe. Dieses Jahr zeichne sich laut Weirauch eine noch höhere Zahl ab.

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