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Klimaschutz gegen Kohlekraft ?

06.12.2007

Klimaschutz gegen Kohlekraft ?

DEW-Chef Helmut Engelhardt ist mit dem Geschäftsjahr 2007 zufrieden.

Der Schlagabtausch um die geplante Beteiligung der DEW am Neubau eines Steinkohle-Kraftwerks in Hamm geht in die letzte Runden.

Um über die Pläne und möglichen Auswirkungen zu diskutieren, hatten die Dortmunder Grünen am Mittwochabend ins Haus Wichern eingeladen. "In unserem Land sollen mehrere Braunkohlekraftwerke im Abstand von vier Kilometern entstehen. Das passt nicht zu den Klimaschutz-Zielen der großen Koalition", kritisierte Rainer Priggen, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. Stattdessen forderte er: "Wir sollten uns jetzt besser bei der regenerativen Energie aufstellen, anstatt in alte Kraftwerke zu investieren, die dann mindestens 50 Jahre laufen."

Sein Gegenüber war Helmut Engelhardt (Foto), Geschäftsführer der DEW 21, der die geplante Beteiligung seines Unternehmens mit über 100 Millionen Euro am Bau des Gemeinschafts-Kohlekraftwerkes (Gekko) in Hamm verteidigte. Er bezeichnete die Rolle der Dortmunder als klein: "Es sind 24 weitere lokale Unternehmen beteiligt." Wenn man nun ausstiege, ändere sich am geplanten Bau gar nichts. "Andere Interessenten stehen Schlange."

Umdenkungsprozess

Genau hier müsse der Umdenkungsprozess beginnen, meinte ein Greenpeace-Mitglied während der Diskussion. Dafür verantwortlich sieht Engelhardt nicht nur die großen Unternehmen, sondern auch den Endverbraucher. "Unsere Erfahrung ist, dass alle Ökostrom gut finden. 90 Prozent entscheiden sich aber schließlich für die billigere Energie." Zuvor hatte er mit dem DEW-Angebot "clima prima" ein Beispiel dafür genannt. "In diesem Paket bieten wir Energie vor allem aus regenerativen Quellen an. Der Verbraucher zahlt noch etwas drauf, die DEW stockt es um die gleiche Menge auf." Von dem Überschuss sollen weitere Öko-Projekte finanziert werden. Angenommen würde dieses Angebot allerdings sehr selten.

Einfluss auf das Verhalten der Grünen bei der anstehenden Abstimmung über Gekko im Rat am kommenden Donnerstag hat das Ergebnis der Diskussion nicht. Es bleibt bei der Ablehnung, stellt Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger gestern auf RN-Anfrage klar. Die SPD muss also weiter nach Mehrheiten suchen. Johannes Franz

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