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Klinik-Protest im "letzten Hemd"

DORTMUND Zu überhören waren sie nicht, zu übersehen auf gar keinen Fall: Rund 200 Beschäftigte des Klinikums zogen im vorweihnachtlichen Verkehrs-Chaos von der Beurhausstraße zum Rathaus und gaben in der Bürgerhalle symbolisch „ihr letztes Hemd“ ab.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 13.12.2007
Klinik-Protest im "letzten Hemd"

Vor dem Klinikzentrum Mitte starteten die Klinikum-Beschäftigten ihren Protestzug gegen die Privatisierungspläne in Richtung Rathaus.

Die Gewerkschaft verdi hatte zum Demonstrationszug aufgerufen, der mit dem Donnerhall von verdi-Geschäftsführer Uli Dettmann vor dem Klinikum Mitte begann: „Wer wie Frau Littmann dieses Haus an Geschäftemacher verschachern will, der verrät die Interessen der Bürger.“

Er empfände es als Hohn, wenn die Fraktionsvorsitzende der FDP/Bürgerliste, Dr. Annette Littmann, sage, sie sorge sich um die Beschäftigten und dabei gleichzeitig das Klinikum an Private verkaufen wolle. Das größte Krankenhaus der Region gehöre nicht in die Hände von Geschäftemachern. Das sieht die FDP-/Bürgerlisten-Fraktion naturgemäß ganz anders. Während des Demonstrationszuges lief sich die Politik vor ihrer Entscheidung über die 19,25-Millionen-Euro-Spritze zum Bau des Zentral-OP schon einmal warm in der Haushaltsdebatte.

Am Tag vor der Ratssitzung hatten sich SPD und verdi zum Meinungsaustausch getroffen. Beide befanden, private Krankenhaus-Anbieter erzielten ihren Gewinn auf dem Rücken der Beschäftigten und Patienten. Die Haustarife der Privaten lägen weit unter dem Durchschnitt des öffentlichen Dienstes.

Annäherung über die Tarifgespräche

Die SPD-Fraktion begrüßt deshalb ausdrücklich die aktuelle Annäherung über Tarifgespräche zum Notlagen-Tarifvertrag am Klinikum. Verdi Dortmund betont die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Prüfung und einer Zukunftsfähigkeit eines Sanierungskonzeptes als Grundvoraussetzung. Bei verdi werden abschließend die Mitglieder des Klinikums über die Ergebnisse der Tarifgespräche entscheiden.

Auf der politischen Gegenseite appelliert neben der FDP-/Bürgerlisten-Ratsfraktion, die einer Privatisierung schon lange das Wort predigt, auch CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Hengstenberg, die Angebote privater Klinikbetreiber ernsthaft zu prüfen. Immer wieder neues Geld aus dem städtischen Etat in das defizitäre Klinikum zu pumpen, wäre dem Bürger gegenüber nicht zu verantworten. Und Christiane Krause, für die CDU Mitglied im Aufsichtsrat, wurde beim Schlagabtausch in der Ratssitzung nicht müde, externen Sachverstand für das Klinikum zu fordern.

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