Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Klüngelkerl-Kontrollen decken gravierende Mängel auf

Schrotthändler

Überladene Transporter mit gebrochenen Achsen, miserabler Arbeitsschutz, illegaler Abfallhandel und Steuerhinterziehung: Bei Klüngelkerl-Kontrollen haben Ordnungsamt, Polizei, Zoll, Steuerfahnder und die EDG am Montagmorgen erneut gravierende Mängel aufgedeckt.

DORTMUND

von Von Peter Bandermann

, 19.11.2012
Klüngelkerl-Kontrollen decken gravierende Mängel auf

Ein Zollbeamter überprüft die Papiere eines rumänischen Schrotthändlers.

Der Schlag gegen die Müll-Mafia aus Osteuropa hatte im Morgengrauen begonnen: Einsatzkräfte der Polizei und des Ordnungsamtes waren in der Nordstadt, in Eving und in Kirchlinde unterwegs, um illegal arbeitende Schrotthändler aus dem Verkehr zu ziehen.

"Sie waren am Samstag und am Sonntag unterwegs, um ihre Fahrzeuge zu beladen - am Montagmorgen sollte die Ware dann zum Schrotthändler gebracht werden", berichtete Dortmunds Stadt-Pressesprecher Hans-Joachim Skupsch um 5 Uhr. Motorradfahrer der Polizei fingen die Kleintransporter ab und lotsten sie auf das Gelände der Feuerwehr in Eving.Dort warteten Gewerbeprüfer der Stadt Dortmund, Fahrzeugexperten der Polizei, Steuerfahnder, Zoll und die EDG auf die Klüngelkerle, die in den Ruhrgebietsstädten unterwegs sind, um Schrott einzusammeln. "Keins der Fahrzeuge, das das Gelände befahren hat, konnte das Gelände selbstständig wieder verlassen. Sämtliche Transporter wurden abgeschleppt", meldete die Stadt sechs Stunden nach Beginn des Einsatzes.

Die Kleintransporter waren hoffnungslos überladen; in einem Fall lag das Gesamtgewicht über 1,2 Tonnen über dem zugelassenen Wert. Ein ebenfalls überladener Transporter war mit einer gebrochenen Achse unterwegs. In allen Fällen war die schwere Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert - was bei einem Unfall fatale Folgen haben kann.Häufig transportieren die meist aus Osteuropa stammenden Klüngelkerle auch Gefahrgut wie alte Asbestöfen. Wegen der damit verbundenen Gesundheitsgefahr sind diese Öfen, deren Asbest bei unsachgemäßer Handhabe Krebs erregen kann, besonders gesichert zu transportieren. Ähnliche Regeln gelten für Elektrogeräte.

Das Abfallgesetz will mit scharfen Vorschriften den illegalen Handel mit Müll unterbinden. Auffällig war bei dem Einsatz auch, dass für die Firmeninhaber der Arbeitsschutz für ihre Angestellten keine Rolle spielt. Die Fahrer und Beifahrer, die ihre Transporter entladen mussten, hatten keine Arbeitsschuhe oder Schutzhandschuhe, die vor Verletzungen oder Chemikalien schützen.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt