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Komasaufen bei Jugendlichen wieder im Trend

Aktuelle Zahlen

Saufen bis zur Bewusstlosigkeit - einer aktuellen Studie zur Folge liegt das Komasaufen wieder im Trend. Auch in Dortmund. Wir haben aktuelle Zahlen.

DORTMUND

, 16.11.2016
Komasaufen bei Jugendlichen wieder im Trend

Das Ziel ist der schnelle Abschuss: Komasaufen liegt im Trend. Mit Genuss hat das sogenannte Schlauchsaufen, bei dem viel Bier über einen Trichter eingeflößt wird, nichts zu tun.

Die Krankenkasse DAK, deren jährliche Aktion „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ seit 2010 mehr als 80.000 Schüler zur Teilnahme animieren konnte, wertete bisher unveröffentlichte Zahlen des Statistschen Landesamtes aus, nach denen die Zahl der Komasäufer 2015 in Dortmund um 10,4 Prozent stieg. 202 Kinder und Jugendliche landeten mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

Auch Zehn- bis 15-Jährige betroffen

Dabei macht Alkoholkonsum in jungen Jahren besonders dumm. Erst in diesem Sommer hatte Privatdozent Dr. Hermann Kalhoff, Leitender Oberarzt der Kinderklinik, vor der deutlich schädigenderen Auswirkung des Giftes auf die Gehirnentwicklung gewarnt. Ohne Erfolg. Das Sturztrinken bei Jugendlichen ist wieder im Trend. Trotz aller Aufklärungskampagnen.  Besonderen Anlass zur Sorge bereitet Ärzten und Krankenkassen der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der Zehn- bis 15-Jährigen mussten 21 in einer Klinik behandelt werden.

Ärzte sehen keine Trendwende zum "Abschießen"

Auch dieses Jahr gibt es keine Entwarnung. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit einer Alkoholvergiftung landen im Klinikum Dortmund, wozu die Kinderklinik gehört. Auch dort sehen die Ärzte keine Trendwende beim systematischen "Abschießen" junger Leute mit Alkohol. Im Schnitt hat das Klinikum 120 bis 150 stationäre Aufnahmen im Jahr, bei denen die Sturztrunkenen erst einmal entgiftet werden müssen. Sie wachen am nächsten Tag mit Tropf und Windel auf.

Die Behandlung ist für die Kassen höchst kostspielig. So musste allein die AOK im letzten Jahr in der Region Westfalen-Lippe, in der Dortmund mit Abstand die größte Stadt ist, eine Million Euro für die Behandlung von jungen Komasäufern ausgeben. 

Das sind die Folgen des Komasaufens:

  • Ein junges Hirn unter Alkohol gesetzt, wird noch dümmer als ein älteres Hirn. Warum? Hirnforscher konnten längst belegen, dass die Gehirnentwicklung bis zum Alter von 25 Jahren dauert, und nicht etwa in der Kindheit abgeschlossen ist.
  • Beim Rauschtrinken konnten vor allem Schäden im Hippocampus nachgewiesen werden. Das ist eine Hirnregion, die wichtig ist für die Gedächtnisbildung. 
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