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Kopfschütteln über Duschköpfe

Neue Verordnung

Eine neuer Vorstoß der EU-Kommission sorgt auch in Dortmund für Kopfschütteln: Duschköpfe, Toilettenspülungen und Badezimmer-Armaturen sollen in Europa künftig nur noch mit Wassersparfunktion verkauft werden.

DORTMUND

von Von Gaby Kolle

, 18.08.2010
Kopfschütteln über Duschköpfe

Nach den Glühbirnen nimmt sich die EU-Kommission jetzt Duschköpfe, Bad-Armaturen und Klo-Spülungen vor.

Verpflichtende Standards für wasserführende Geräte in Privathaushalten sollen ähnlich dem „Glühbirnenverbot“ im Rahmen der EU-Strategie gegen „Wasserknappheit und Dürre“ dafür sorgen, dass der Wasserverbrauch sinkt.

Beim lokalen Wasserversorger DEW21 hat man für diesen Brüsseler Vorstoß nur Spott übrig: „Ein Thema wie der Krümmungsgrad der Schlangengurke, genauso abwegig“, meint DEW-Sprecher Albert Herzmann. Für südliche EU-Länder wie Spanien, Süditalien und Portugal, die unter Wasserknappheit litten, könnte das ein interessanter Ansatz sein, so Herzmann, doch im Ruhrgebiet sei die Situation mit den Talsperren im Sauerland grundlegend anders. Wurden in den 70er-Jahren noch 100 Mio. Kubikmeter Wasser jährlich in Dortmund verkauft, waren es nach dem Rückgang von Bergbau, Stahlindustrie und Brauereien im letzten Jahr nur noch 43 Mio.. Schon heute kämpfe man in Dortmund mit zu geringen Durchflussmengen bei den überdimensionierten alten Rohren, weiß der DEW-Sprecher: „Wasser sparen vergrößert nur das Problem.“ Seit Jahren werden die Rohr-Durchschnitte im Wasserversorgungsnetz verkleinert, indem man kleinere in die größeren Rohre schiebt. Das ist notwendig, um die Hygiene und die Durchflussgeschwindigkeit aufrecht zu erhalten. Herzberg: „Da haben wir noch Jahre lang zu tun.“

Auch Installateure warnen vor der generellen Wassersparpflicht bei Duschköpfen und Bad-Armaturen. Karl-Hermann Richter vom Vorstand der Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik Dortmund und Lünen hält den EU-Vorstoß für „eine Bevormundung, die wir gar nicht nötig hätten“. Schon heute biete die Industrie Hilfe zum Wassersparen an, könnte schon jeder mit der Hälfte der Wassermenge duschen: „Ist nur die Frage, ob er damit das Shampoo aus den Haaren bekommt.“ Richter sieht zudem bei weiterem Wassersparen eine sehr starke Belastung der Leitungsrohre: „Die werden nicht mehr frei gespült und verstopfen.“

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