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Kunden stürmen Schlecker-Filialen

Ausverkauf läuft

Und plötzlich sind Dortmunds Schlecker-Märkte brechend voll. An den Fenstern kleben rote Plakate. "Wir schließen" steht da mit weißer Schrift. Hinter den Fenstern schieben Menschen voll gepackte Einkaufswagen. Schleckers Totalausverkauf läuft auf vollen Touren.

DORTMUND

von Von Alexandra Neuhaus

, 08.06.2012
Kunden stürmen Schlecker-Filialen

Ausverkauf bei Schlecker: Die Rabatte zogen die Kunden an.

Seit Freitag läuft der Ausverkauf in den verbliebenen Läden der Drogeriekette Schlecker. Ein Traditionsunternehmen verschwindet.

 „Traurig“, findet das Kundin Anke Feibicke, während sie den Kinderwagen mit ihrem kleinen Sohn durch die Regalreihen schiebt. „Ich war Stammkundin bei Schlecker.“ Jetzt drängelt sie sich mit vielen anderen Menschen durch den kleinen Laden an der Hohen Straße. Menschen, die angezogen vom Versprechen „30 Prozent“ auf das gesamte Sortiment auch eben dieses in die Einkaufswagen stopfen. „Plötzlich ist Schlecker wieder gefragt“, sagt eine Schlecker-Mitarbeiterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Wären die Leute doch mal früher gekommen.“  

 Gestern morgen sind sie gekommen. „Um 8 Uhr war der Laden rappelvoll“, sagt eine Mitarbeiterin der Filiale an der Kuckelke. So voll, dass, trotz zwei geöffneter Kassen, die Kunden sich durch den gesamten Laden schlängelten. Gekauft wird alles. Hygieneartikel, Kosmetik, selbst Luftballons.„Ich habe schon ein schlechtes Gewissen“, sagt eine Kundin im Laden an der Kuckelke und will auch deshalb ihren Namen nicht nennen. Schließlich habe sie sonst nie bei Schlecker gekauft. „Das hat ja hier jetzt schon etwas von Leichenschmaus.“ Aber sie bekommt bald ein Kind und Windeln seien halt teuer.  

 An der Hohen Straße war der morgendliche Ansturm gar so groß (Kassiererin: „Das war irre“), dass die Mitarbeiterinnen den Laden in der Mittagszeit für eine halbe Stunden schließen mussten. Regale auffüllen – so gut es eben ging. Denn die Lager sind klein und die Löcher im Regal wachsen stündlich.  Offiziell sind die Schlecker-Filialen noch bis zum 29. Juni geöffnet. Aber im Schutz der Anonymität sagt eine der Dortmunder Schlecker-Frauen: „Sie glauben doch nicht, dass wir bis dahin die leeren Regale bewachen.“

 

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