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Landesamt untersucht Fische im Hafen auf PCB

Envio-Skandal

Zu sehen waren sie am Montagvormittag nicht, aber es gibt sie reichlich, die Fische im Hafenwasser. Jetzt geraten sie sogar in den Strudel des PCB-Skandals um die Firma Envio.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 31.08.2010
Landesamt untersucht Fische im Hafen auf PCB

Landesamt untersucht Fische im Hafen auf PCB

Denn die Sorgen um die PCB-Belastung rund um den Hafen zieht weiter Kreise. Das Wasser des Kanals ist zwar nicht belastet, wie Untersuchungen des Umweltamtes ergeben haben. Die Frage ist aber, ob nicht die Fische ähnlich wie der Grünkohl in den Kleingärten am Hafenrand doch etwas von der giftigen Hinterlassenschaft abbekommen haben. Denn die speichern erfahrungsgemäß PCB und Dioxine besonders reichhaltig in ihren Körpern. Und landen irgendwann womöglich auf den Tellern von Hobbyanglern. Immerhin werden pro Jahr gut 1000 Kilogramm Fisch aus den Hafenbecken geangelt. „Es gibt hier viele Angler, die jetzt besorgt sind wegen der Vorgänge bei Envio“, weiß Dr. Thomas Delschen vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV).

Deshalb schritt oder besser gesagt schipperte sein Amt jetzt zur Tat. Ein Team der LANUV-Abteilung für Fischökologie stellte gestern im Schmieding- und Marxhafen – also östlich und westlich des Envio-Firmengeländes – Netze auf, um auf Fischfang zu gehen. Zusätzlich wurden am Nachmittag Elektroangeln ausgeworfen. Besonders abgesehen haben es die Experten dabei auf Brassen und Aale. Denn diese fettreichen Arten, erklärt der Kreisfischerei-Berater Eugen Krüger, gelten als besonders gefährdet, PCB und andere Giftstoffe anzureichern. „Wir werden auf jeden Fall PCB oder Dioxine in den Fischen feststellen“, weiß Dr. Thomas Delschen.   Die Frage ist nur, ob ähnlich wie bei den Anwohnern des Hafens die gemessenen Konzentrationen über dem üblichen Durchschnitt liegen. Am Ende könnten dann Verzehr-Empfehlungen stehen.

Die könnten bis n zu dem Rat reichen, ganz darauf zu verzichten, Fische aus dem Hafen zu essen. Bis es soweit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Vorausgesetzt, dass nach dem Einholen der Netze heute Morgen ausreichend Fische zusammengekommen sind, wird der Fang sofort seziert und in ein Speziallabor nach Hamburg geschickt. Analyse-Ergebnisse soll es von dort bis zu Jahresende geben. Vielleicht gelingt es dem LANUV aber auch, rechtzeitig Empfehlungen für den Weihnachtskarpfen zu liefern.  

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