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Landgericht bricht Befragung einer Vierjährigen ab

Badewannen-Prozess

Das war die wahrscheinlich jüngste Zeugin aller Zeiten: Im Prozess gegen den 30-jährigen Huckarder, der seine Stieftochter mit fast 60 Grad heißem Badewasser verbrüht haben soll, hat das Landgericht heute das vierjährige Opfer befragt. Lange dauerte die Befragung jedoch nicht.

DORTMUND

04.10.2016

Weil das sichtlich eingeschüchterte Mädchen keine einzige Antwort geben konnte, wurde der Versuch schon nach wenigen Augenblicken abgebrochen. Die Mutter hatte das weinende Mädchen auf ihrem Arm in den Saal getragen und dann auch neben dem Kind Platz genommen.

Trotzdem schaffte auch sie es nicht, der Vierjährigen auch nur ansatzweise die Angst zu nehmen. Sichtlich erleichtert reagierte die Frau dann, als die Richter ein schnelles Einsehen hatten. „Das bringt nichts, aber das war eigentlich auch von vornherein klar“, sagte der Vorsitzende Richter.

So wird es immer wahrscheinlicher, dass der Angeklagte mit seiner Version eines bedauerlichen Unfalls durchkommen wird. Die Richter müssten zweifelsfrei nachweisen, dass diese nicht stimmen kann. Und das ist – Stand jetzt – kaum möglich. Das Urteil wird frühestens am 10. Oktober erwartet.

Der Stiefvater behauptet, er habe das Wasser unabsichtlich viel zu heiß aufgedreht und das Mädchen deshalb aus Versehen verbrüht. Das Kind hatte bei dem Drama im März schwere Verbrennungen am Unterleib und am Rücken erlitten. 20 Prozent der Hautoberfläche sind verbrannt. Die Narben werden nie wieder ganz verschwinden.

 

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