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Loveparade: Bürger ließen Dampf ab

DORTMUND Endlich Dampf ablassen über ihre negativen Erfahrungen der Loveparade am 19. Juni wollte der überwiegende Teil der etwa 60 Bewohner des Kreuzviertels, die am Donnerstagabend der Einladung von Stadtdirektor Ullrich Sierau und Loveparade-Veranstaltern zur Bürgerinformation in die Heilig-Kreuz-Gemeinde gefolgt waren.

von Von Heike Thelen

, 22.08.2008
Loveparade: Bürger ließen Dampf ab

Nicht wenige, die ihren Dienst zum Gelingen der Mega-Party beigetragen haben, warten bis zum heutigen Tag auf ihr Geld: Von 100 so genannten »LoveGuards« haben nur wenige den verdienten und versprochenen Lohn bekommen.

Ärger und Wut vor allem von Anwohnern der Hopfen-, Gersten- und Malzstraße über ihre als Toiletten missbrauchten Vorgärten, Drogenhandel und wilde Liebe vor den Haustüren der Harnackstraße brannten einigen so sehr auf den Nägeln, dass sie Sieraus einleitende Loveparade-Bilanz in Zahlen nicht abwarten wollten. Ob 1,6 Millionen oder 800.000 Besucher ihre Gärten verwüstet hatten, interessierte viele nur am Rande. Für andere offizielle Zahlen wie 23 Drogendelikte, die im Rahmen der Loveparade geahndet wurden, hatten sie angesichts blühenden Drogenhandels und –konsums vor ihrer Haustür nur ein müdes Lächeln übrig. Und auch, dass die Loveparade mit ihrem weltweiten Renommée Investoren auf Dortmund aufmerksam machen könnte und Essen nach Aussagen Kersten Sattlers, Organisationschef der Loveparade, „heilfroh ist, dass die Loveparade vor einem Jahr da war“, überzeugte die Versammelten nicht. Wer den lauten Protest über die Parade der Musiklaster über die B1 gehört hat, kann kaum glauben, dass sich gerade mal elf Anwohner schriftlich beim Tiefbauamt beschwert und einen Antrag auf Schadensersatz gestellt haben. Dabei hatte die Stadt die Geschädigten dazu ermuntert, und der Veranstalter kommt nach Aussagen einer Anwohnerin auch unbürokratisch für die Schäden auf. Doch viele der Versammelten, der überwiegende Teil im Rentenalter, erwartete gar keine Antwort auf ihren Protest, sie wollten einfach angehört werden, wollten sich über den Uringestank in ihren Gärten und Hauseingängen auslassen und deutlich machen, wie sie als alteingesessene Bewohner ihres Viertels unter der Großveranstaltung gelitten haben. „Wir als Anwohner bitten die Stadt Dortmund, dass eine solche Veranstaltung hier nie wieder stattfindet“, versuchte Michael Krämer ein Fazit aus der Versammlung. Eine Stimmung, in der es Befürwortern wie Gemeindereferentin Monika Orlich nicht leicht fiel, ihre Begeisterung auszudrücken für die „tolle Gelegenheit, gute und bekannte Leute vor der Haustür zu sehen“ und um Verständnis zu werben für Jugendliche, die Spaß an solchen Veranstaltungen haben.

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