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Loveparade: Schummel bei Besucher-Rekord

DORTMUND Ja, wer hat denn da doppelt gesehen? Nach der Loveparade in Dortmund sprachen OB Langemeyer und Veranstalter Rainer Schaller stolz von 1,6 Mio. Besuchern. Bei einem Forschungsprojekt kam jetzt heraus: Nur gut die Hälfte davon war wirklich da.

von Von Andreas Wegener und Constantin Blaß

, 20.08.2008

Experten hatten sich mit dem „Risiko Großveranstaltung“ beschäftigt und im Zuge dessen die Besucherzahlen der Techno-Veranstaltungen in Dortmund und Essen akribisch und mit verschiedenen Parametern untersucht. Ergebnis: „Es kann von ca. 850.000 Personen ausgegangen werden, die zur LOPA 2008 im Verlauf des Tages in Dortmund anwesend waren“, heißt es in einem internen Papier, das unserer Redaktion vorliegt. Demnach waren am frühen Nachmittag des 19. Juli 400.000 bis 450.000 Menschen im Veranstaltungsraum B1 und Westfalenhalle unterwegs. Eine Zahl, die sich mit den Schätzungen der Polizei deckt: Von 450.000 Besuchern sprach nach RN-Informationen gegen 14 Uhr auch ein leitender Polizeibeamter. Und wie kam man am Ende auf 1,6 Mio? Die Verantwortlichen schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. OB Langemeyer: „In diesen Zahlenstreit will ich mich nicht einmischen. Ich habe die Zahl nur weitergegeben, ob sie stimmt, kann ich nicht beurteilen.“ Björn Köllen, Pressesprecher der Loveparade: „Wir gehen von den Zahlen aus, die durch die Stadt Dortmund verkündet worden sind. Das sind die amtlichen Zahlen.“Die Schummelei bei den Besucherzahlen hat bei der Loveparade Tradition: Im vergangenen Jahr hatten Veranstalter und Stadtspitze von 1,2 Mio. Ravern gesprochen – als realistische Zahl nannte der Essener Feuerwehr-Chef später 600.000 Gäste. Auch in Berlin war regelmäßig über die tatsächliche Besucherzahl diskutiert worden.

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