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Lustreise statt Weiterbildung?

Der Betriebsratsvorsitzende der Städtischen Seniorenheime soll mit seiner - verheirateten - Stellvertreterin eine Sexreise statt Weiterbildung gebucht haben. Zu dem Vorwurf aus der Belegschaft gibt es unterschiedliche Aussagen. Ist dies nur ein Racheakt innerhalb des zerstrittenen Betriebsrates?

09.12.2007

Lustreise statt Weiterbildung?

<p>Die Homepage des fraglichen Anbieters der Ferienwohnung: Im Gästebuch verewigten sich auch die Beschuldigten. RN-Repro</p>

Statt bei einer angemeldeten Fortbildung in Rostock zu sein, so der Vorwurf eines Betriebsratsmitglieds, hätten die beiden eine vom Arbeitgeber bezahlte Auszeit in einer Ferienwohnung mit Sado-Maso-Interieur genommen. Der Betroffene selbst sagte unserer Zeitung, er habe sehr wohl an einer Schulung in Rostock teilgenommen vom 14. bis zum 19. Oktober. Es gäbe u. a. eine Teilnahmebescheinigung und eine Hotelbar-Rechnung.

Er sei zwar in der Wohnung gewesen, aber erst an dem Wochenende nach der Schulung. In dem Domizil in Augustfehn bei Oldenburg sei man erst abends angekommen. Fotos, die von seinem Wagen vor der Wohnung angeblich zu einem früheren Zeitpunkt aufgenommen wurden, seien möglicherweise manipuliert worden. Von einer Sado-Maso-Einrichtung der Wohnung will der Beschuldigte, der bis jetzt auch in einer Beziehung lebte, aber nichts wissen. Er nennt es so: "Eine Ferienwohnung mit entsprechendem Interieur."

Am 22. Oktober hatten er sich und seine Stellvertreterin im virtuellen Gästebuch verewigt, wo sie schrieben, bereits zum dritten Mal in der Wohnung gewesen zu sein. Außerdem steht dort zu lesen als Tipp für Interessierte: "...man wird danach süchtig (ist aber eine schöne Sucht)." Der Betriebsratsvorsitzende glaubt, die Anschuldigungen seien Folge eines internen Krachs im Betriebsrat. Denn gegen einen Kollegen laufe ein Wahlanfechtungsverfahren vor Gericht.

Die gerichtliche Prüfung der Vorwürfe strengt der Arbeitgeber an. Das eingeleitete fristlose Kündigungsverfahren gegen beide Personen lehnte der Betriebsrat ab. Daher wurde ein so genanntes Zustimmungsersetzungsverfahren beim Amtsgericht beantragt. Auf Anraten eines Fachanwaltes, den sich die Geschäftsführung nahm, nachdem sie vor gut eineinhalb Wochen über die Vorgänge informiert worden war, sei auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.

Martin Kaiser, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime, sorgt sich nun um den guten Ruf der Stadttochter: Das Ganze hier habe nicht den Hauch von VW-Affäre. Und auch Renate Weyer, seit 2004 Aufsichtsratsvorsitzende, wurde völlig überrascht von der Information durch die Geschäftsführung: Sie habe nicht gedacht, dass sie in ihrer Funktion so etwas erleben müsse. bö

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