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Makaber: Toter soll Telefonvertrag unterzeichnet haben

28.08.2008

"Vielen Dank für Ihren Auftrag." Über den Vertrag mit kostengünstigen Telefonaten und schnellem Surfen, den er bei "vodafone" abgeschlossen haben soll, konnte sich Heinz L. nicht freuen. Er ist vor 20 Jahren gestorben.

Seine Witwe wollte ihren Augen nicht trauen, als ihr Anfang des Monats das Schriftstück des Telefonanbieters in den Briefkasten flatterte. "Die kricklige Unterschrift sollte angeblich von meinem Mann stammen. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie mich das aufgewühlt hat", sagt die 74-Jährige. Ihr erster Weg führte zur Verbraucherberatung. "Der Fall ist wirklich ungeheuerlich, das habe ich noch nie erlebt", sagt Beraterin Andrea Nientiedt. Nach ihrer Beschwerde und der Übermittlung der Sterbeurkunde stornierte das Unternehmen den Vertrag umgehend. Doch die Frage bleibt: Wer hat da den Vertrag gefälscht?

Die 74-Jährige hat einen Verdacht: "Bis heute habe ich bei der Telekom den Telefonbuch-Eintrag nicht ändern lassen, dort ist noch immer der Name meines Mannes angegeben." Doch mit diesen Angaben alleine könne eigentlich gar kein Vertrag entstehen, erklärt vodafone-Sprecher Dirk Ebrecht. Interne Recherchen ergaben, dass der Kontrakt im Dortmunder vodafone-Shop abgeschlossen wurde. "Dort muss aber eine Legitimation, etwa ein Ausweis, vorgelegt werden." Dummerweise gebe es davon keine Kopie mehr - aus Datenschutzgründen, wie es hieß. Ebrecht wittert einen Betrugsversuch - wobei völlig unklar sei, wer sich damit habe bereichern wolle. "Dass ein eigener Mitarbeiter eine Provision erschleichen wollte, ist ausgeschlossen - denn die gibt es erst nach Aktivierung des Anschlusses." Das Unternehmen werde jetzt alles daransetzen, den Fall aufzuklären.

Die Witwe von Heinz L. ist dem Rat der Verbraucherzentrale, Strafanzeige zu stellen, noch nicht nachgekommen. "Möglicherweise werden wir aber von Amts wegen Betrugsverdacht ermitteln", sagte Polizeisprecher Wolfgang Wieland. weg

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