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Mehr Schäden durch Marder

Kfz-Innung

Immer mehr Schläuche und Kabel werden von Mardern angenagt. Und das in Autos, die immer weiter im Zentrum der Stadt stehen. Das stellen die Kreisjägerschaft und die Kfz-Innung Dortmund mit Blick auf das vergangene Jahr fest. Einige Händler verzeichnen bis zu 30 Prozent mehr Schäden, verursacht durch Marder.

DORTMUND

von Von Nico Drimecker

, 24.08.2010
Mehr Schäden durch Marder

Kleine Knopfaugen und scharfe Zähne - der Marder kann für Autos gefährlich werden.

Zwar geht das nicht allen Betrieben so. Einige melden sogar eine sinkende Rate. Aber das liegt daran, dass die genaue Zahl von Marder-Schäden nicht erfasst wird, sagt der Sprecher der Kfz-Innung, Michael Straub. „In Rechnungen wird eben die Ursache des Schadens nicht festgehalten“, begründet er.

Die Jäger zählen den Bestand nicht, doch er scheint zu wachsen. Udo Reppin ist Vorstandsvorsitzender der Kreisjägerschaft Dortmund. Zwar hat auch er „keine harten Zahlen. Aber im vergangenen Jahr hatten wir eine deutlich höhere Strecke (alle erlegten Tiere; Anm. d. Red.).“ Reppin rechnet von der Strecke hoch auf den Gesamtbestand: „Wir erwischen sechs bis acht Prozent, etwa 60 Stück.“ Hochgerechnet sind das bis zu 1000 der anderthalb Kilogramm leichten Tiere. „Das ist sprunghaft angestiegen“, sagt Reppin.

Warum, das könne er nicht begründen. Fakt aber sei: „Dortmund hat ein gutes Nahrungsangebot und der Marder kaum Feinde.“ Vor allem im Kreuzviertel hausen viele Marder. Doch auch hier bleibt die Frage nach dem ,Warum‘ offen. Zwar sei dort eine „gute grüne Vernetzung zwischen dem Betongrau, aber das allein reicht nicht als Erklärung“, sagt Reppin. Besonders fatal für Autofahrer: Männliche Marder markieren ihr Revier. Dann beginnt quasi der Revierkampf um den Motorraum. Egal wo das Auto steht, „andere Männchen werden vom Geruch angelockt, markieren den Ort um – und knabbern dann natürlich vielleicht auch noch am Gummi.“ Wenn sie erst einmal da sind, knabbern sie nicht nur Schläuche und Kabel an. „Bekommen sie Junge, nutzen die Marder auch Isolationsmaterial“, weiß Erich Kretzschmar, 1. Vorsitzender des Naturschutzbundes Dortmund (NABU). Zum Beispiel für die Wärme- oder Schalldämmung aus dem Motorraum eines Wagens oder Dämmwolle aus Dachstühlen. Die Spur des Marders führt also immer weiter in den Stadtkern. Wie man sich schützen kann, weiß der ADAC. „Auf keinen Fall helfen Duftstoffe“, sagt Michael Trunz, Leiter des Bereichs Verkehr- und Umwelt. Ultraschallgeräte seien da schon hilfreicher – allerdings solle man schon 130 Euro ausgeben. „Billige Versionen haben eine geringe bis gar keine Wirkung.“

Günstiger sind Kabelschutz-Mäntel. Sorgsamer aber sei da, den ganzen Motorraum mit „Borstenvorhängen“ abschotten zu lassen. Nicht zuletzt rät Trunz zur Motorwäsche, wenn Marderspuren am Auto oder in der Nähe gefunden wurden, um die Duft-Marke abzuwaschen.

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