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Mengeder Politiker kritisieren Wohnbebauung

Altlasten auf ehemaligen N&E-Gelände

Im Februar teilte die Verwaltung den Mengeder Politikern mit, dass auf dem ehemaligen N&E-Gelände Wohnbebauung entstehen soll. Trotz Altlasten im Erdreich. Doch was genau ist im Boden?

Mengede

, 22.02.2018
Mengeder Politiker kritisieren Wohnbebauung

Im Boden des ehemaligen N&E-Geländes an der Dönnstraße befinden sich noch viele Giftstoffe aus der Vergangenheit. Unter anderem auch so genannte PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe), von denen einige als krebserregend gelten. © Oskar Neubauer

Als vor Jahren die ehemaligen Zechenhäuser an der Dönnstraße an Privatleute verkauft wurden, hieß es, dass man dort kein Gemüse und Obst anbauen und auch keine Brunnen errichten solle, erinnert sich die Fraktionssprecherin der Mengeder SPD, Gudrun Feldmann. „Wegen möglicher Schadstoffe im Boden und im Grundwasser.“

Untersuchung nach Altlasten

Umso überraschter war sie, dass die Verwaltung den Mengeder Politikern zur Februar-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) mitteilte, dass der Eigentümer des ehemaligen N&E-Geländes gegenüber auch Wohnbebauung plane. Außerdem seien Einrichtungen wie eine Kindertagesstätte und Betreutes Wohnen für Senioren vorgesehen. Allerdings müsse für die Umsetzung erst noch Planungsrecht geschaffen werden.

Dazu hieß es in der Mitteilung: „Im Vorfeld hat der Eigentümer bereits eine Altlastenuntersuchung zur Feststellung möglicher Kontaminationen erarbeiten lassen.“ Was diese ergeben habe, teilte die Verwaltung jedoch nicht mit. Auch die Eigentümerin, eine Firma aus Herne, verriet auf Anfrage dieser Redaktion keine Details oder ermittelte Werte. „Das Gutachten ist von einem Fachunternehmen angefertigt worden, allerdings könne man es nicht zur Verfügung stellen.“ Der Stadt Dortmund liege es aber vor.

Verunreinigung im tieferen Untergrund

Sprecherin Heike Thelen übermittelte auf Anfrage folgende Informationen zu den Untersuchungen: „Auf der ehemaligen Betriebsfläche ‚Nickel & Eggeling‘ wurden in den vergangenen Jahren sowohl oberflächennah als auch in größeren Tiefen mehrfach Bodenschichten zur Gefährdungsabschätzung untersucht.“ Im oberen Bereich seien flächendeckend Auffüllungen angetroffen worden, die im Laufe der langjährigen gewerblichen Nutzung des Geländes in unterschiedlicher Mächtigkeit aufgebracht wurden. „Je nach Zusammensetzung des Auffüllmaterials treten als Schadstoffe vor allem Schwermetalle und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) auf. Hinzu kommen als Folge von Tropfverlusten bei Maschinen und Kraftfahrzeugen lokale Verunreinigungen durch Mineralölkohlenwasserstoffe.“

Dazu gebe es Verunreinigungen in tieferem Untergrund aus der Zeit der bergbaulichen Nutzung durch die Zeche und Benzolreinigungsanlage „Adolf von Hansemann“. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Bevor das N&E-Grundstück aufgeschüttet wurde, verlief der Bodelschwingher Bach über das Gelände. Über dieses damals offene Gewässer wurden die Abwässer der Bergbaubetriebsanlagen abgeleitet. In Folge dieser Ableitung finden sich unterhalb der Auffüllungen erhöhte zechen- und kokereitypische Schadstoffe im Boden und teilweise im Grundwasser.“

Mengeder Politiker kritisieren Wohnbebauung

So wie es aktuell auf dem Gelände aussieht, kann man sich kaum vorstellen, dass dort irgendwann einmal Häuser stehen werden. © Stephan Schuetze

Weitere Gutachten nötig

Die Boden- und Untergrundsituation sei daher bei allen weiteren Planungsüberlegungen zu berücksichtigen. Die Frage, ob durch die Belastungen aktuell Gefahren für die Anwohner, vor allem an der Dönnstraße, bestünden, verneinte die Stadtsprecherin: „Bei den vorgefundenen Belastungen handelt es sich um Schadstoffgehalte, die an die vorhandenen Anschüttungen gebunden sind beziehungsweise im tieferen Untergrund nachgewiesen wurden. Die Belastungen werden lediglich bei einer zukünftig sensibleren Nutzung der Fläche relevant.“

Bis es so weit ist, wird aber wohl noch einige Zeit ins Land gehen, wie auch der Mitarbeiter der Eigentümerin bestätigte: „Aufgrund der Größe und Beschaffenheit des Geländes denken wir in Jahren.“ Selbst wenn denn mal Planungsrecht bestünde, wären ja noch zahlreiche weitere Gutachten nötig, etwa zu Lärm und Verkehr.

Forderung nach Sanierungskonzept

Doch kann man es sich seitens der Stadtverwaltung leisten, noch Jahre zu warten, bis dort etwas passiert? Natürlich sei es wünschenswert, dass auf der Fläche in absehbarer Zeit eine geordnete Folgenutzung realisiert werde. Dies sei allerdings von den Vorstellungen und Aktivitäten des Grundstückeigentümers abhängig. „Die Notwendigkeit, mit ordnungsrechtlichen Mitteln die Flächensanierung anzuordnen, besteht nicht.“

Gudrun Feldmann jedenfalls hat genaue Vorstellungen davon, was dort nicht entstehen soll: „Wohnbebauung möchte ich dort nicht angesiedelt sehen“, und fordert vor allem erst mal ein vernünftiges Sanierungskonzept: „Nicht, dass wir ein zweites Dorstfeld-Süd erleben.“

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