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Menschen in Hörde geraten zunehmend in Not

21.12.2007

Menschen in Hörde geraten zunehmend in Not

Hörde Martin Pense Die Armut in Hörde nimmt zu. Immer mehr Familien können den täglichen Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren. In diesem Jahr hat die evangelische Gemeinde auch das Projekt "Miteinander essen" ins Leben gerufen, mit dem das Mittagessen für Kinder in der Brücherhof-Grundschule bezahlt werden kann. Julia Gaß sprach mit Pfarrer (Foto).

Die Kollekte Heiligabend ist in den Kirchen für Brot für die Welt bestimmt. Wäre es nicht inzwischen nötig, für Menschen vor Ort zu sammeln?

Pense: Brot für die Welt ist eine Tradition, an der sich alle evangelischen Gemeinden beteiligen. Wir wollen den Blick auf die Welt draußen lenken, wo das Elend bei aller Not vor Ort noch viel größer ist.

Seit wann nimmt die finanzielle Not der Hörder so zu?

Pense: Seit Hartz IV gibt es tiefgreifende Veränderungen und viele sozial schwache Familien in Hörde. Und hier gibt es viele Familie, die umziehen müssen wegen Hartz IV. In Hörde sind Wohnungen zum Teil preiswerter.

Was tut die evangelische Gemeinde, um zu helfen?

Pense: Wir können mit Mitteln der Diakonie helfen, für die wir ja auch Kollekten sammeln. Die Bürger spenden gerne, aber die Politik muss jetzt mehr in die Verantwortung gezogen werden.

Wie erfahren Sie als Pfarrer, wenn Menschen in Not sind?

Pense : Die Hörder kommen zu mir. Wir haben inzwischen aber mehr eine Geh- als eine Komm-Struktur. Ich gehe zu den Gemeindemitgliedern in die Wohnungen und sehe, was sie für Probleme haben.

Woran ist zunehmende Armut abzulesen?

Pense: Wir haben es in diesem Jahr auch auf unserem Weihnachtsmarkt rund um die Lutherkirche gespürt. Da wurde deutlich weniger gekauft als im vergangenen Jahr. Unsere ehrenamtlichen jugendlichen Helfer haben erzählt, dass punktuell noch nicht einmal mehr Geld da war, um das Pfand für die Becher für Glühwein und Kinderpunsch zu bezahlen.

Was wünschen Sie sich für das Zusammenleben?

Pense: Dass die Menschen aufmerksam werden und mit offenen Augen durch die Welt gehen. Und in der Not helfen.

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