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Metro baut doch nicht in Dortmund

Knepper-Fläche

Der Handelskonzern Metro errichtet ein neues Zentrallager mit 1000 Arbeitsplätzen in Marl. Schön für die Stadt im nördlichen Ruhrgebiet, die nicht gerade einen Überhang an Arbeitsplätzen hat. Nicht so schön ist die Nachricht aus Dortmunder Sicht, denn Metro hatte auch die Flächen am Kraftwerk Knepper im Blick. Wir erklären, warum der Deal nicht zustande kam.

DORTMUND

, 08.07.2016
Metro baut doch nicht in Dortmund

Seit 2014 ist das Kraftwerk Knepper stillgelegt – Kühlturm, Schornstein und Gebäude stehen allerdings noch dort.

Worum geht es?

Das vom Energiekonzern Eon betriebene Knepper-Kohlekraftwerk auf der Grenze zwischen Dortmund und Castrop-Rauxel wurde 2014 stillgelegt. Inzwischen gehören das Kraftwerk und die 60 Hektar große Fläche, die größtenteils auf Dortmunder Stadtgebiet liegt, dem Unternehmen Uniper, das für die Eon-Kohlesparte zuständig ist. Wie unsere Redaktion am Donnerstag aus unternehmensnahen Kreisen erfuhr, wollte der Düsseldorfer Metro-Konzern die gesamte Fläche kaufen, um zwei Zentral- und Frischelager zu bauen – je eines für die Ketten Metro Cash & Carry und für Real. Der laut Metro größte Handelslogistik-Park in Deutschland entsteht nun in Marl (auf einer Fläche von über 22 Hektar).

Was sagt Metro zur geplatzten Ansiedlung in Dortmund?

Bei Metro selbst bat ein Sprecher per E-Mail um „Verständnis, dass wir grundsätzlich keine Auskunft darüber geben, ob ein Grundstück von uns geprüft wurde oder in der engeren Auswahl war“.

Und was sagt die Stadt Dortmund dazu?

Die Stadt bestätigte auf Anfrage dagegen, dass Metro mit Eon/Uniper über den Kauf der Knepper-Fläche verhandelt hat. Bei Gesprächen über einzuholende Gutachten und planungsrechtliche Fragen saßen auch Vertreter der Stadt am Tisch. Wie dann die Verhandlungen zwischen Eon/Uniper und Metro liefen, wisse man nicht.

Warum baut die Metro nicht auf der Knepper-Fläche?

Knackpunkt soll gewesen sein, dass Metro die Fläche zügig nutzen wollte. In Marl baut der Konzern bereits im dritten Quartal 2016 – das wäre in Dortmund nicht möglich gewesen. Denn der Turm und weitere Kraftwerksgebäude stehen noch, ein Bebauungsplan existiert bisher nur für einen Teil der Fläche.

Gab es noch weitere Gründe?

Aus gut unterrichteter Quelle hieß es am Donnerstag auch, dass der Preis, den Eon/Uniper für das Areal haben wollten, beim Nicht-zustande-Kommen des Geschäfts eine Rolle gespielt habe. Man habe Metro an den Kosten für den Rückbau der Kraftwerksanlagen beteiligen wollen. Ein Uniper-Sprecher teilte auf Anfrage lediglich mit, dass man sich nur zu Verkäufen äußere, nicht aber zu möglichen Interessenten.

Wie sieht die Wirtschaftsförderung die Sache?

Thomas Westphal, Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung, sagte zur verpassten Ansiedlung des Metro-Lagers: „Es ist richtig schade, dass das nicht realisierbar war. Natürlich hätten wir die Arbeitsplätze gerne in Dortmund gehabt.“ Allerdings: Bei den 1000 Arbeitsplätzen handelt es sich größtenteils nicht um neu zu schaffende. Metro zieht am neuen Logistikstandort (nun in Marl) Mitarbeiter von kleineren Standorten wie Essen, Kamen, Unna und Frechen zusammen, die künftig geschlossen werden. Für Westphal zeigt das Beispiel, dass Dortmund derzeit über die Westfalenhütte hinaus keine sofort verfügbare Fläche hat, wenn Logistik-Firmen anfragen. 

Wie geht es mit der Knepper-Fläche weiter?

Dortmund will das Knepper-Areal in interkommunaler Zusammenarbeit mit Castrop-Rauxel entwickeln. Die Gespräche dazu liefen, sagt Westphal, ebenso die mit dem Regionalverband Ruhr (RVR). Noch sei das Areal für die Kraftwerks-Nutzung reserviert – der RVR muss der Umwidmung in eine Gewerbefläche zustimmen. Hier „sieht es gut aus“, so Westphal. Wann die Umwidmung erfolgt und wie schnell die Fläche für den nächsten potenziellen Investor hergerichtet werden kann, wisse er nicht. Ob es derzeit weitere Interessenten für die Fläche gibt, blieb am Donnerstag offen. Bereits Anfang des Jahres hatten laut Heiko Dobrindt, Technischer Beigeordneter der Stadt Castrop-Rauxel, mehrere potenzielle Investoren ihr Interesse bekundet.

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