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Missbrauch bei DFB-Pokal-Feier 2017: Angeklagter will verhandlungsunfähig gewesen sein

Landgericht Dortmund

Im Prozess um den Missbrauch einer Frau am Rande der DFB-Pokalfeier 2017 will der Angeklagte an zwei Sitzungstagen im Juli verhandlungsunfähig gewesen sein. Die Richter glauben ihm nicht.

Dortmund

, 27.08.2018

Der wegen Sexualdelikten vorbestrafte Angeklagte stellte am Montag (27.8.) vor dem Landgericht den Antrag, das Verfahren auszusetzen. Begründung: An zwei Sitzungstagen im Juli sei er wegen Unterzuckerung nicht in der Lage gewesen, der Verhandlung richtig zu folgen. Diese Tage dürften bei der Zählung der bisherigen Verhandlungstage also nicht berücksichtigt werden, so der Angeklagte.

Die Anzahl der Sitzungstage ist deshalb von Belang, weil die Richter die Verhandlung im August für deutlich mehr als zehn Tage unterbrochen hatten. Dies ist gesetzlich aber erst erlaubt, wenn zuvor an zehn Tagen verhandelt worden ist. Ohne die beiden angeblichen Krankheitstage wäre diese Zahl noch nicht erreicht.

Die Richter um den Kammervorsitzenden Helmut Hackmann lehnten den Antrag jedoch nach kurzer Beratung ab. Sie zweifeln gleich aus mehreren Gründen daran, dass der Angeklagte im Juli tatsächlich so stark unterzuckert war, dass der der Verhandlung eigentlich gar nicht folgen konnte.

Angeklagter sprach Frau nach DFB-Pokal-Feier 2017 an

„Weder er noch einer seiner Verteidiger hat an den beiden Sitzungstagen etwas von der Unterzuckerung gesagt“, trug der Vorsitzende in dem Ablehnungsbeschluss vor. Außerdem sei es nur schwer vorstellbar, dass der Mann einerseits fast bewusstlos, andererseits aber in der Lage gewesen sei, seinen Blutzuckerwert an den Verhandlungstagen regelmäßig zu messen und die Ergebnisse nicht etwa aufzuschreiben, sondern sie im Gedächtnis zu behalten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, im Mai 2017 nach der DFB-Pokalfeier auf dem Friedensplatz eine Frau angesprochen und in sein Auto gelockt zu haben. Dabei soll er sich als Mitarbeiter des Ordnungsamts ausgegeben und seine Hilfe beim Auffinden der verloren gegangenen Begleiter der Frau angeboten haben. Im Auto soll es dann während einer rund einstündigen Fahrt zu sexuellen Übergriffen gegen den Willen der Frau gekommen sein.

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