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Mit Bengalos gezündelt: Ein Jahr Stadionverbot

Entsetzen bei BVB-Fans

Sie haben gezündelt und dürfen deshalb ein Jahr nicht mehr ins Fußballstadion. Der BVB hat Stadionverbote gegen 50 Fans ausgesprochen, die während der Meisterfeier am 5. Mai mit Pyrotechnik aufgefallen sind. Wohlgemerkt nicht im Stadion, sondern mitten in der Stadt. Für die Fans ein Schock. Der BVB spricht hingegen von einem Denkzettel.

Dortmund

von Von Alexandra Neuhaus

, 27.06.2012
Mit Bengalos gezündelt: Ein Jahr Stadionverbot

BVB im DFB Pokalfinale / Autokorso am Wall und U Turm [Foto: Dieter Menne, RN Datum: 13.05.2012] Double 2012

Seit Montag klingelt das Telefon des BVB-Fanbeauftragten, Sebastian Walleit, in Endlosschleife. An der anderen Seite des Hörers: Geschockte Fans, die per Einschreiben über das Stadionverbot informiert wurden. „Die meisten sind noch nie negativ aufgefallen“, sagt Sebastian Walleit. Die 50 Betroffenen sind zwischen 20 und 55 Jahren alt. „Pyrotechnik ist mitten in der Fußball-Gesellschaft angekommen“, sagt Walleit.  

 Deshalb habe der BVB ein Zeichen setzen wollen. „Normalerweise stehen auf Vergehen mit Pyrotechnik drei Jahre Stadionverbot“, sagt Sebastian Walleit. Die einjährige Strafe sei ein Denkzettel und gleichzeitig die Botschaft, dass Pyro-Vergehen auch außerhalb der Fußballarena Konsequenzen für den nächsten Stadion-Besuch haben können.  Rechtfertigung sei, dass hier ein Bezug zum Spiel besteht. „Alles, was am Spieltag zwischen 0 und 24 Uhr geschieht, steht im Zusammenhang mit dem Spiel“, sagt Sebastian Wallert. „Spieltagskausalität“ heißt das im Fachjargon.Gegen die Betroffenen laufen Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Das bestätigt die Polizei.Große Grauzone

 Allein diese Ermittlungsverfahren sind laut DFL-Statuten Grundlage genug, ein Stadionverbot auszusprechen. Da sei es auch egal, ob ein Fan wirklich gezündelt habe, oder die Bengalische Fackel nur in der Tasche bei sich hatte, erläutert Walleit.Eine Erklärung, die Fananwälte wie der Kölner Rechtsanwalt Tobias Westkamp schwammig finden. „Wo fängt der Bezug zum Fußball an und wo endet er“, fragt er. „Da haben wir eine große Grauzone.“ Sein Rat an alle Betroffenen: Verteidigung. „Wenn der Fan freigesprochen wird, hat der BVB keine Grundlage mehr, das Verbot aufrecht zu erhalten.“ Das bestätigt auch der BVB und rät den Fans zur Aussage. „Auch wenn das Verfahren eingestellt wird, können wir das Verbot aufheben. Da entscheiden wir nach dem Einzelfall“, sagt Sebastian Walleit. alex

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