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Mit Schrecken davongekommen

DORTMUND Die Aufregung um den 35-Jährigen, der mit einer Soft-Air-Waffe im Schulzentrum Hombruch gesehen wurde, ist verflogen. Keine 24 Stunden nach der lange Zeit bedrohlich wirkenden Situation ist wieder Ruhe eingekehrt.

von Von Constantin Blaß

, 12.12.2007

Der Unterricht startete am Mittwoch planmäßig. Doch zumeist waren nicht Englisch oder Mathe zentrale Themen in den Klassen, sondern natürlich der Großeinsatz der Polizei. Denn viele Fragen blieben am Dienstag unbeantwortet. Zum Beispiel: Wie groß war die Gefahr für die Schüler wirklich? Warum mussten sie solange im Gebäude bleiben? Wer war dieser Mann? Oder auch: Kommt der Mann, der für mehrstündige Amok-Befürchtungen gesorgt hat, vielleicht wieder?

Einige Antworten gab es am Mittwoch vor Ort von Melanie Budde (36) und Carsten Keil (38). Die beiden Jugendkontaktbeamten der Polizei besuchten die betroffenen Schulen (Robert-Koch-Realschule, Helene Lange Gymnasium, Schubert-Grundschule und die Oberstufe der Gesamtschule Brünninghausen), sorgten sich vor allem um die Jüngsten und gaben Hilfestellungen, die Geschehnisse besser zu verarbeiten. Und sie informierten, dass nie ernsthafte Gefahr bestand; dass die Schüler aus Sicherheitsgründen im Gebäude bleiben mussten. Knapp 100 Schüler nahmen den Nachsorge-Service in Anspruch.

Erfreulich: "Niemandem ging es so schlecht, als dass wir ihm nicht hätten helfen können", erklärt Melanie Budde, wenngleich Kollege Carsten Keil verdeutlicht: "Bei zwei, drei Stimmen klang Angst mit." Bleibende psychische Schäden sind indes nicht zu erwarten.

Schadlos kam übrigens auch der 35-Jährige davon. Nachdem er am Dienstag wie ein Polizeisprecher berichtete "voll wie ein Amtmann" und damit nicht vernehmungsfähig gewesen ist, wurde er am Mittwoch befragt. Und wieder freigelassen.

Auf Krähen gezielt

Der Bewaffnete gab in den Gesprächen mit der Polizei zu, auf dem Schulhof gewesen zu sein und eine Waffe gezeigt zu haben. Personen habe er allerdings nicht bedroht. Nicht Schüler, die am Schul-Eingang standen, seien Ziel gewesen, sondern Krähen in den Bäumen... Der Fußweg über den Schulhof sei zudem sein üblicher Weg von der Stockumer Straße zu Verwandten in Hombruch.

Der Polizei waren die Hände gebunden. Für einen Haftbefehl reichten alle Anschuldigungen nicht aus. Viel Lärm um nichts. Da sich auch keine Anzeichen auf eine Fremdgefährdung ergaben, wurde der 35-Jährige nach Hause geschickt.

Dort waren am Vorabend bei Durchsuchungen fünf weitere "Soft-Air"-Waffen beschlagnahmt worden, die nun zu näheren Untersuchungen auf dem Weg nach Düsseldorf ins Landeskriminalamt sind.

Trotzdem: Für viele eine unbefriedigende Situation. Doch wie sagte am Mittwochabend Polizeisprecher Peter Schulz: "Wir können froh sein, dass wir mit dem Schrecken davon gekommen sind." Ob der Mann, wie von einigen Schülern gefragt, zur Schule zurückkehren könnte, diese Frage konnte er nicht beantworten.

  

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