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Möglicher Triathlon am Phoenix-See löst Diskussionen aus

Schwimmverbot

Schwimmen, Laufen, Radfahren, ein Triathlon am Phoenix-See 2017: Diese Idee hat der Sportverein Tri Geckos Dortmund in der vergangenen Woche gemeinsam mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau öffentlich gemacht. Jetzt sind da viele offene Fragen. Und kritische Stimmen.

HÖRDE

, 22.06.2016
Möglicher Triathlon am Phoenix-See löst Diskussionen aus

Bis zu 1270 Meter lang und bis 320 Meter breit ist der Phoenix-See – Platz genug also für eine Triathlon-Schwimmstrecke.

Hördes SPD-Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris ist in derselben Partei wie Ullrich Sierau und häufig einer Meinung mit ihm. Doch die aus Hillgeris’ Sicht allzu eigenmächtige „Verlautbarung“ in der vergangenen Woche, nach der ein Triathlon inklusive Schwimmen im See möglich sei, fand er „befremdlich“.

"Wir können nicht auf der einen Seite über Jahre etwas verbieten, und es dann wieder aufheben, weil es eine schöne Idee ist", sagt er mit Blick auf das Schwimmverbot im See. Weitere ähnliche Reaktionen haben diese Redaktion genauso erreicht wie viele Stimmen, die den Triathlon begrüßen würden.

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Diese 14 Dinge darf man am Phoenix-See nicht tun

Die Diskussion über Verbote am Phoenix-Seeist so alt (oder jung) wie der See selbst. Die Diskussion über das Fahrradfahr-Verbot im Hafenquartier ist der Trend im Sommer 2014. Es gab schon andere: Wir haben die Verbote am See zusammengetragen.
22.07.2014
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Im See ist das Baden verboten.© Foto: dpa
Füttern von Tieren ist nicht gestattet, Futter schädigt die Seeökologie.© Foto: dpa
Als der Dortmunder Thomas Nieder im Februar 2014 mit seinem 1,10 Meter langen Modell-U-Boot den See befahren wollte, benötigte er dafür eine Genehmigung der Stadt. Das führte zu einem langen Briefverkehr mit Sätzen wie »Der zunehmende Bootsverkehr lässt einen Einsatz von U-Booten nicht mehr zu« oder »Die Position des Modellunterwasserfahrzeuges bei Tauchgängen ist an der Wasseroberfläche über farbige Schwimmkörper oder Ähnliches kenntlich zu machen.« Thomas Nieder hängte also eine Quietsche-Ente an sein Boot. © Foto: Dieter Menne
Das Befahren mit Booten und Wassersportartikeln ist nicht
zulässig.© Foto: dpa
Ferngesteuerte Fahrzeuge sind nicht erlaubt.© Foto: dpa
Die Seeordnung sieht auch nicht vor, dass man im Winter Eissport auf dem See betreibt.© Foto: dpa
Skater und Inliner dürfen nur die Radwege nutzen.© Foto: dpa
Im See ist das Tauchen verboten.© Foto: dpa
Angeln ist nicht gestattet.© Foto: dpa
Hunde sind anzuleinen.© Foto: dpa
Beim Grillen ist es eindeutig: Es ist laut See-Satzung ausdrücklich verboten und wird mit einem Verwarngeld bestraft. Als vor gut drei Jahren die Grill-Zonen in der Stadt in der Politik ein Thema waren, war das auch in Hörde kurz aktuell. Und genau so schnell wieder vom Tisch.© Foto: dpa
Die Brücken am See dürfen nur von Rettungs-, Ordnungs- und
Müllfahrzeugen befahren werden.© Foto: dpa
Der gute Gedanke von gegenseitiger Rücksichtnahme hat sich zu einem Schilderwald verwachsen, in dem niemand mehr so richtig durchblickt. Radfahr-Gegner und -Befürworter diskutieren gerade darüber, wer weniger Rücksicht nimmt. Bei einer Online-Abstimmung zum Thema lehnen 57 Prozent der über 1800 Abstimmenden die Fußgängerzonen am See ab. Viele Gedanken zu diesem Thema, während am See das Leben eigentlich doch ziemlich friedlich weiterläuft. © Foto: dpa
Surfen, Windsurfen und Kitesurfen sind nicht gestattet.© Foto: dpa
Schlagworte Dortmund, Hörde

Martin Gähner, Vorsitzender der Tri Geckos, hat Reaktionen auf diese Ankündigung erwartet, die Nebenaspekt einer Pressekonferenz zum Triathlon des Vereins am Sonntag (26. 6.) im Fredenbaum war. „Wir wissen, dass es Diskussionsbedarf gibt. Wir werden mit der Stadtspitze und allen politischen Gremien Gespräche führen. Im Moment sind alle Details zu möglichem Ablauf und Streckenführung aber noch spekulativ“, sagt Gähner.

Die Signale des Oberbürgermeisters, der seit mehreren Jahren Schirmherr der Tri-Geckos-Veranstaltungen ist, deutet er „als Möglichkeit, etwas zu ermöglichen“. Gähner: „Mehr wurde von niemandem gesagt.“

"Keine reine Sportveranstaltung"

Schon vor einigen Jahren habe der Verein der Stadt einen Vorschlag für eine Veranstaltung gemacht, der damals abgelehnt wurde. Doch die Idee blieb lebendig. Nun gebe es erstmals eine Diskussionsgrundlage. Gähner betont: „Es soll keine reine Sportveranstaltung werden, sondern sie soll die Anwohner und den Stadtbezirk mit einbinden.“

Für Sascha Hillgeris funktioniert das nur ohne Schwimmer im See. Das Badeverbot sei nach intensiver Debatte in die See-Satzung aufgenommen worden. „Es ausnahmsweise aufzuheben, ist den Leuten nicht zu vermitteln. Diese Debatte führen wir vor Ort und ich möchte als gewählter Vertreter nicht dafür stehen, ein Fähnchen im Wind zu sein.“

Aus Sicht von Tri-Geckos-Vorstand Martin Gähner geht es jetzt darum, die Idee auszuformen – in Ruhe. Bis September/Oktober des Jahres müsste die Planung stehen. Und die Frage geklärt sein, ob die Schwimmer ihre Zeiten im Phoenix- See abreißen dürfen oder nicht. 

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