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Mutmaßlicher Serienräuber vor Gericht

Flucht vom Röntgentisch

DORTMUND Dieser Angeklagte hat Schlagzeilen gemacht: Vor fünf Monaten war ihm während eines Röntgentermins im Dortmunder Klinikum die Flucht gelungen. Die Polizei hatte den U-Häftling erst zwei Wochen später wieder einfangen können. Seit Donnerstag wird dem 33-Jährigen der Prozess gemacht. Es geht um fünf bewaffnete Raubüberfälle.

von Von Jörn Hartwich

, 05.08.2010
Mutmaßlicher Serienräuber vor Gericht

Der Direktor der Radiologischen Klinik, Professor Dr. Klaus Mathias, an dem Arbeitsplatz im Klinikum, von dem aus der Untersuchungshäftling in die Freiheit entkommen konnte.

Diesmal war an Flucht nicht mehr zu denken. Als der Angeklagte in den Gerichtssaal geführt wurde, musste er Fußfesseln tragen, konnte nur im Gänseschritt zu seinem Platz trippeln. Auch während der Verhandlung wurden die eisernen Schellen nicht abgenommen. Im Prozess geht es für den 33-Jährigen nun um alles. Auch die Sicherungsverwahrung steht im Raum. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Dortmunder insgesamt fünf bewaffnete Raubüberfälle vor. Opfer waren zwei Taxifahrer, eine Spielhallenaufsicht, eine Modeverkäuferin und eine Sonnenstudio-Angestellte. Die meisten Opfer wurden mit einem Messer bedroht, der Spielhallenaufsicht wurde der Schaum eines Feuerlöschers ins Gesicht gesprüht. Die Beute soll sich auf mindestens 1500 Euro belaufen.

Hintergrund der Taten soll eine schwere Drogenabhängigkeit sein. Wie es heißt, hat der Angeklagte schon rund zehn Jahre gesessen – im Gefängnis und in einer geschlossenen Drogenklinik. Zu den Vorwürfen hat er sich zum Prozessauftakt noch nicht geäußert. Bei seiner Flucht aus dem Klinikum war er damals einfach vom Röntgentisch gesprungen. „Es war niemand im Zimmer, der Flur war frei, da hat er die Chance genutzt“, sagte sein Dortmunder Verteidiger Boris Strube am Rande des Prozesses. Strafbar sind Fluchtversuche allerdings nicht.  

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