Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Nach Schlaganfall feiert Markus Nowak sein Comeback

Dortmunder Schlagersänger Markus Nowak ist zurück

Markus Nowak war viele Jahre erfolgreich in der Schlager-Szene unterwegs. Dann hatte er einen Schlaganfall. Mit 43. Zwei Jahre lang hat er sich zurück ins Leben gekämpft. Jetzt feiert der Dortmunder Schlagersänger seine Rückkehr auf die Bühne.

Dortmund

, 15.03.2018
Nach Schlaganfall feiert Markus Nowak sein Comeback

Gut zwei Jahre war Schlagersänger Markus Nowak von der Bildfläche verschwunden. Der 45-jährige Dortmunder hatte einen Schlaganfall. Am 31. März gibt er sein Comeback. © Stephan Schütze

Es war der 3. Mai 2016, der Markus Nowaks Leben für immer verändern sollte. Der Schlagersänger wird diesen Tag nicht mehr vergessen. Es war einer, der ihm viel Leid brachte, ihn fast alles verlieren ließ. Der ihm aber am Ende auch Hoffnung gab. Und neues Glück.

„Ich bin einmal auf Beton gekloppt“, sagt Markus Nowak, wenn er von seinem Schlaganfall erzählt, den er an jenem 3. Mai vor fast zwei Jahren hatte. Der Sänger hatte damals einen Termin bei Bernd Krispin vom Verein Kinderglück.

Die Zunge wurde dick

Sie redeten über die bevorstehende Saisoneröffnungsparty von Jürgen Drews auf Mallorca, bei der auch er, Markus Nowak, dabei sein würde, und die Aktivitäten von Kinderglück auf der Insel, als es ihm auf einmal schlecht ging, seine Zunge dick wurde, ihn Schwindel ergriff, das Sprechen schwerfiel. Bernd Krispin reagierte schnell, brachte Markus Nowak ins Krankenhaus.

Wenn Bernd nicht gewesen wäre, wäre es anders ausgegangen“, sagt Nowak heute. Der damals 43-Jährige kam auf die Intensivstation. Vier Wochen blieb er im Krankenhaus. Der Schlaganfall hatte die linke Gehirnhälfte getroffen.

Die Folgen des Schlaganfalls

Nowak zeigt auf seinen Körper. „Äußerlich bin ich wieder hergestellt“, sagt er. „Aber innerlich“, er zeigt auf seinen Kopf, „noch nicht.“ Der Schlaganfall hat ihn nicht nur physisch angegriffen, auch psychisch. Markus Nowak hat seitdem Depressionen. Der Weg zurück in die Musik, das ist seine große Hoffnung, soll ihm bei der Genesung helfen.

Zehn Jahre ist es her, dass er zur Schlagermusik gekommen ist. Auf Malle. „Natürlich“, sagt er. Er war damals, 2008, Dortmunder Karnevalsprinz gewesen. Um sich von der Session zu erholen, flog er nach Mallorca.

„Mach mal“

Auf der Partymeile Schinkenstraße feierte er einen Abend in der „Rutschbahn“. Da lernte er den Party-DJ Volker Damm kennen. „Auf der Bühne zu stehen“, sagt Markus Nowak, „war immer mein Traum.“ Volker Damm gab ihm plötzlich die Möglichkeit, diesen Traum zu leben.

In einer Sektlaune, erinnert sich Nowak, habe Volker Damm zu ihm gesagt: „Du siehst aus wie ein Schlagersänger. Mach mal.“ Dann stand Markus Nowak auf der Bühne und performte. Und am nächsten Tag wieder. Und am übernächsten. Und dem danach.

2015 war sein Jahr

Als er nach dem Urlaub nach Hause flog, hatte er eine Menge guter Kontakte in die Szene und wenig später den ersten Termin im Tonstudio. Erst nahm er Coversongs auf, ab 2011 eigene Musik. 2013 hatte er mit „Sensationell“ einen Erfolg in den Partyschlager-Charts.

2015, sagt Nowak, sei sein Jahr gewesen. Da habe er erst mit Ex-DSDS-Kandidatin Annemarie Eilfeld auf einem Kreuzfahrtschiff gesungen und wenig später sei er beim Schlager-Olymp in Berlin vor 20.000 Menschen aufgetreten.

Ein waschechter Dortmunder

Markus Nowak ist das, was man hier wohl als waschechten Dortmunder bezeichnen würde. In Sölde geboren, in Berghofen aufgewachsen und nie wieder weggegangen. Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp. „Ich hab‘ bis zum Schluss auf Phoenix gearbeitet“, sagt Nowak. Dann kam der See. Und er wechselte zur Westfalenhütte. 2013, so drückt er es aus, trennten sich seine und Thyssen-Krupps Wege.

Er machte bei einer RTL2-Show mit und entschied, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Er startete eine Künstleragentur, vermittelte Veranstaltern Musiker wie Jürgen Drews. Nebenbei trat er, der selbst ernannte Prinz des Popschlagers, selbst auf. Machte bis zu zwölf Auftritte an einem Tag.

„Ich war ein Workaholic“

Sein Leben, sagt er heute, sei alles andere als gesund gewesen. „Ich war ein Workaholic.“ Er arbeitete lange, aß ungesund, schlief schlecht. „Ich hab‘ mir abends meine ein, zwei Bierchen getrunken, um runterzukommen.“ Bis zu jenem 3. Mai.

Nach dem Schlaganfall, sagt Nowak, habe er alles verloren. Seine Beziehung ging kaputt. Er musste seine Firma aufgeben, in eine kleinere Wohnung ziehen. „Das hat mich ziemlich aus dem Leben gekickt“, sagt er. „Es gab Tage, da konnte ich nicht in den Spiegel sehen.“ An Auftritte war nicht zu denken. Fast zwei Jahre verschwand er von der Bildfläche, versuchte, irgendwie neu anzufangen.

Ein Schlager, der seine Geschichte erzählt

Seine Mutter und seine Schwester hätten ihn dabei sehr unterstützt, ihn nie aufgegeben. Mitte 2017 ging es wieder ein wenig bergauf. Er lernte eine neue Frau kennen. „Sie gibt mir den nötigen Halt“, sagt Nowak. Ihr Sohn sei wie sein eigener. Und er schrieb einen neuen Song. „Wie ein Phoenix“ heißt er. Ein Popschlager. Das, was er gut kann. Er erzählt darin, was er durchgemacht hat.

Er habe lange nicht gewusst, ob er zurück auf die Bühne soll. Die Konzentration ist noch ein Problem, seit dem Schlaganfall hat er einen Tinnitus. Aber: „In der Musik kann ich abschalten“, sagt der 45-Jährige. Dann höre er das Piepen im Ohr nicht so sehr. Es sei noch immer das, was er am liebsten mache: auf der Bühne stehen, singen, entertainen.

Ein Selbsttest

Mit der Unterstützung seiner Freunde hat er für den 31. März ein Comeback-Konzert organisiert. Es ist der erste große öffentliche Auftritt seit dem Schlaganfall. „Ich habe sehr viel Respekt vor diesem Tag“, sagt Markus Nowak. „Es ist auch ein Selbsttest, ob es körperlich klappt.“

So weitermachen wie früher will er auf keinen Fall. Er habe, sagt Nowak, durch den Schlaganfall viel gelernt, sein Leben komplett geändert. Er koche jetzt selbst, schlafe viel, trinke abends Tee und sitze gerne auf der Couch, statt feiern zu gehen. Er ist wegen seiner Depressionen weiter in Therapie und er hat gelernt zu akzeptieren, dass es Tage gibt, an denen nichts geht. „Ich habe“, sagt Nowak, „wieder zu mir selbst gefunden.“

Das Comeback-Konzert von Markus Nowak steigt am 31. März (Samstag) um 20 Uhr im Mengeder Saalbau, Mengeder Markt 10. Einlass ist um 19 Uhr. Als Gäste hat Markus Nowak Willi Herren, Mo Familia, Mark Ashley, Steven Alan, Jürgen Peter, DJ Diego und Volker Damm eingeladen. Der Eintritt kostet 6,50 Euro plus Gebühren. Wer dabei sein will, sollte sich beeilen, es gibt nur noch wenig Karten. Erhältlich bei Eventbrite
Lesen Sie jetzt