Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Neue Zentrale bringt mehr als nur Obst und Gemüse

Urbane Landwirtschaft in Dortmund

Urbane Landwirtschaft ist ein Weg, mitten in der Stadt eigene Lebensmittel zu produzieren und Grünflächen zu beleben. In Hörde gibt es bald eine neue Zentrale für diese neue Art der Landwirtschaft.

Hörde

, 21.02.2018
Neue Zentrale bringt mehr als nur Obst und Gemüse

Urban Gardening, also Landwirtschaft mitten in der Stadt, ist in Hörde schon seit 2013 ein Thema. Nun soll mit einem neuen Projekt auf einer Brachfläche zwischen der Straße Am Remberg und der B236 ein neue Stufe gezündet werden. © KLINKE

Die Grundidee hat der Verwaltungsvorstand, die regelmäßige Runde der städtischen Dezernenten, am Dienstag formuliert: Auf einer Brachfläche Am Remberg sollen zukünftig Arbeitsgelegenheits-Kräfte (AGH-Kräfte) Obst, Gemüse und Kräuter ziehen. Die Erträge sollen „wettbewerbsneutral“ an Bedürftige weitergegeben werden. Dieses Projekt hat der Verwaltungsvorstand dem Rat der Stadt Dortmund vorgeschlagen, der in einer seiner nächsten Sitzungen darüber entscheiden wird.

Die Grünbau gGmbH – ein öffentlicher Beschäftigungsträger, der Langzeitarbeitslosen zurück ins reguläre Arbeitsleben hilft – hat die Verantwortung für das Projekt und wird die Arbeitskräfte anleiten. Von Grünbau stammt auch die Idee, für die Geld aus dem insgesamt 4.350.000 Euro großen Fonds „Soziale Stadt – Stadtumbau Hörde“ zur Verfügung steht.

Boden ist untersucht worden

Der neue städtische Bauernhof wird auf einer Brachfläche südlich der Straße Am Remberg entstehen. Sie liegt im Bereich zwischen der B236 und der Brücke über die ehemalige Gartenstadttrasse, die zum Radweg umgebaut wird.

Wegen der früheren industriellen Nutzung dieses Gebiets wurden die Böden auf chemische Rückstände untersucht. Die Befunde seien zwar unauffällig gewesen, aus Gründen der Vorsorge wird im nördlichen Bereich dennoch auf den Anbau direkt im Boden verzichtet. Dort werden Container für Sozialräume, Lager und Büro stehen. In Gewächshäusern können Pflanzen schon vorgezogen werden.

Stadtteil wird durch Anbau aufgewertet

Den Aufbau und eine anfängliche Starthilfe finanzieren der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Dortmund. Das Jobcenter finanziert die AGH-Kräfte und deren Anleitung. Perspektivisch, so der Plan der Verwaltung, sollen Teile der Gärtnerei Einnahmen erzielen und Langzeitarbeitslosen eine dauerhafte Erwerbstätigkeit ermöglichen.

Hörde soll als Stadtteil von der urbanen Landwirtschaft profitieren, hofft die Verwaltung. Grün- und Freiflächen sollen mit Beerensträuchern, Obstbäumen und Beeten für Tomaten, Kohl oder andere Obst- und Gemüsesorten aufgewertet werden.

Früchte von Allgemeinheit geerntet

Die Früchte könnten von der Allgemeinheit geerntet und verzehrt werden. In „Mini-Gärten“ erhalten Garten-Neulinge Anleitung. Für Urlaubszeiten soll es einen Gieß-Service geben. Weitere Ideen: Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern soll die Bewirtschaftung und Gestaltung ihrer Flächen gegen eine Beteiligung am Ertrag angeboten werden. Zudem könnten in Hörde weitere Flächen für den Weinbau erschlossen werden. Nahe des Rembergs gibt es bereits eine Anbaufläche. Oberbürgermeister Ullrich Sierau sagt: „Diese Gärtnerei lässt nicht nur Gemüse wachsen, sondern auch berufliche Perspektiven und sozialen Zusammenhalt.“

„Kurze Wege zum Verbraucher und ein geringer Energieeinsatz verbessern die CO2-Bilanz der Nahrungsmittelproduktion“, ergänzt Ludger Wilde, Planungsdezernent der Stadt Dortmund. „Ich freue mich, dass die Gärtnerei auch eine Basis bildet für weitere Projekte der urbanen Landwirtschaft, mit denen das Stadterneuerungsgebiet Hörde grüner werden soll.“

Der Name „Querbeet“ ist in Hörde schon seit einigen Jahren bekannt. 2013 startete unter dem Titel „Querbeet – Ernte deine Stadt“ ein Projekt, das die urbane Landwirtschaft in Hörde etablieren sollte. Entstanden ist darauf unter anderem der Gemeinschaftsgarten Am Schallacker, um den sich eine Reihe engagierter Hörder seit fünf Jahren kümmert. In ganz Dortmund gibt es eine wachsende Anzahl solcher „urbaner Oasen“. Eine Karte unter www.urbaneoasen.de im Internet zeichnet allein neun Flächen aus. Die Stadtökologie ist ein Aspekt des Stadtumbaus Hörde, der häufiger auftaucht – etwa bei der Klimafolgenanpassung durch begrünte Dächer. Auch das Aquaponik-Kunstwerk von der Emscherkunst-Ausstellung, das an das Magazingebäude ziehen soll (wir berichteten), ist im weitesten Sinne urbane Landwirtschaft.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt

Vor Gericht gescheitert

Dortmunder Rieselfelder: Landwirt muss zahlen

Die historischen Rieselfelder der Stadt Dortmund kosten einen Landwirt aus dem benachbarten Datteln jedes Jahr knapp 270 Euro. Sein Versuch, die Kosten für die Pflege der ehemaligen Abwassergräben loszuwerden, Von Jörn Hartwich

Lesen Sie jetzt