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Nordstadt-Moschee erhält islamfeindlichen Drohbrief

Kleine Kielstraße

Entsetzen herrscht in der Dortmunder Zentralmoschee an der Kleinen Kielstraße. Unbekannte haben einen Droh- und Schmähbrief der übelsten Art an den Gemeindevorstand geschickt. Der Inhalt ist so hart, dass der Gemeindevorsitzende Dussun Alipasaoglu ihn für Glaubensbrüder nicht übersetzen kann.

DORTMUND

, 12.11.2014
Nordstadt-Moschee erhält islamfeindlichen Drohbrief

Eindrücke aus der Dortmunder Zentralmoschee an der Kielstraße.

Das einseitige, rassistische Schreiben mit dem Absender "Kampf dem Islam KdI" erreichte am 5. November den Schreibtisch von Dussun Alipasaoglu. Darin werden der Prophet Mohammed, der Islam und die Muslime verunglimpft. Der Koran wird als „kriminell“, Mohammed als „Dorftrottel“ und „Großkotz“ bezeichnet, seine Gebeine solle man „den Schweinen zum Fraß vorwerfen“.  Man habe bereits in vielen Moscheen „zahlreiche Knochen und Gedärme von Schweinen vergraben“, so der Verfasser weiter. Er spricht von Türgriffen in der Moschee, die nicht von Schweiß klebrig seien, und droht am Ende: „Wir sind noch nicht fertig. Unsere Arbeit geht weiter.“

„Ich verstehe das nicht“, sagt Alipasaoglu. „Wir sind freundschaftlich gesinnt, für jedes Gespräch offen, uns besuchen deutsche Schulen, und wir arbeiten mit der Polizei zusammen.“ Die mordende Bande des IS, mit denen der Islam häufig in einen Topf geworfen werde, „sind für mich keine Muslime, keine Gläubigen“, sagt der Gemeindevorsitzende. „Der Koran verbietet uns das Töten.“ Er gibt den deutschen Medien die Schuld für die Vorurteile und die Hetze auch gegenüber den islamischen Gemeinden in Deutschland. Aus Sorge hat Alipasaoglu 16 Videokameras an und in der Moschee installiert. Man halte 24 Stunden Wache am Tag. Der Brief ist auch Anlass für Ermittlungen des Staatsschutzes, bestätigt Polizeisprecher Kim Ben Freigang. Neben der Polizei hat der Gemeindevorsitzende den türkischen Attaché für Religionsangelegenheiten informiert.

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